GERICHTSURTEIL - LEHRER KLAGEN ELTERN

Gerichtsverfahren ist Schande für die Pädagogik

Wien (ÖVP-Klub) - Als Schande für die Schulpädagogik be-zeichnete heute der Bildungssprecher der Wiener Volkspartei, GR Prof. Walter Strobl, den gerichtlichen Schlagabtausch zwischen streitenden Eltern und Lehrern. "Das ist das Ende der Pädago-
gik, wenn nun Gerichte über didaktisch-methodische Fragen und
deren unterschiedliche Bewertung entscheiden." *****

Entsetzt zeigte sich Strobl auch über die Reaktion von LIF-Bildungssprecherin Schaffenrath. Anstatt die Situation zumin-
dest politisch zu entschärfen, wolle Schaffenrath nun eine wie-tere "rechtliche Bewaffnung" der Schulpartner: Eltern sollen
einen besonderen Rechtsschutz erhalten.

"Wir sollten demnach Schule überhaupt gleich im Vorhof der Be-zirksgerichte mit einem eigenen Rechtspfleger ansiedeln", zeig-
te sich Strobl ironisch, "Das ist ja geradezu ein Aufruf zu
mehr außerschulischen Gerichtsverfahren." Statt dessen forderte Strobl alle beteiligten Schulpartner und Politiker zu einer Rückbesinnung auf die Schule als Ort des Dialoges auf. Ge-richtsentscheide in Sachen Pädagogik seien ein Ausdruck von Sprachlosigkeit und sollten daher exotische Einzelfälle blei-
ben. "Umgekehrt leben wir nun einmal in einer Beschwerdegesell-schaft. Daher sollten sich alle übergeordneten Behörden und Po-litiker in größter Zurückhaltung üben.

Der ÖVP-Bildungssprecher verlangt eine Aufwertung des Standor-
tes Schule und der schulpartnerschaftlichen Gremien. Sie müssen erste Instanz in allen schulrechtlichen und pädagogischen Fra-
gen sein. Nicht abgehobene, übergeordnete Behörden sollen vom grünen Tisch aus Entscheidungen im Konfliktfall treffen: "In
den schulpartnerschaftlichen Gremien sitzen alle am Schulge-
schehen Betroffenen. Deren Kompetenz und das Vertrauen in die Gremien muß gestärkt werden. Das gilt erst recht für den Kon-fliktfall. Wir können nicht von mehr Autonomie und mehr Selbst-verantwortung sprechen, wenn sich ganze Behördenapparate weit
weg vom Ort des Geschehens mit Beschwerdefällen auseinanderset-zen. Erst wenn die Schule ein Problem oder einen Konflikt der Schulpartner selbst nicht sollen kann, soll die nächste Instanz offiziell einbezogen werden."

Die Volkspartei wird sich diesen schulspezifischen Fragen und
um mehr Deregulierung des Schulunterrichtsgestzes bemühen und
damit die schulpartnerschaftlichen Gremien aufwerten. "Dazu
wird man in Wien an einigen Schulen Pilotversuche starten, um entsprechende Erfahrungen zu sammeln", schloß Strobl.

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