WWF: Aus für Kraftwerke soll Weg für Nationalpark Lechtal freimachen Zusätzliche Nennung als Natura 2000 Gebiet kann EU-Gelder bringen

Wien/Innsbruck (OTS) - Wenn es jetzt kein endgültigiges Aus für die Streimbachkraftwerke gibt, dann könne das nur auf politische Kräfte zurückzuführen sein, so der WWF Tirol. Schließlich seien sämtliche Argumente besorgter Bürgerinitiativen und der Naturschutzorganisationen mittlerweile wissenschaftlich erhärtet. Darüber hinaus bekenne sich nicht nur die zuständige Fachabteilung der Landesregierung für die Unterschutzstellung des letzten Wildflußsystems der Nordalpen sondern auch die Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft sowie die Komission der EU setzen sich für die dauerhafte Erhaltung des Lechtals ein.

"Die Zeit ist jetzt mehr als reif, um das leidige Hick-Hack um die Kraftwerke abzubrechen und dem Land Tirol durch die zügige Realisierung des Nationalparks die Blamage eines Verfahrens von Seiten der EU zu ersparen", appelliert Mag. Christoph Walder, Leiter der WWF Landesorganisation Tirol an die Landeshauptleute. Mit einem Nationalpark, der auch die internationale Anerkennung durch die Vereinten Nationen anstrebt, wäre laut WWF die nationale Umsetzung für ein Natura 2000 Gebiet mehr als erfüllt. Eine Nennung des Lechtals in das europäische Schutzgebietssystem sei dann zwar nur noch eine Formsache, könne aber beträchtliche Geldmittel der EU für die Realisierung von Schutzzielen lockermachen. Denn EU-Gelder im Rahmen sogenannter LIFE-Projekte gibt es nur für Natura 2000-Gebiete. Der WWF hat dazu bereits einen Projektvorschlag ausgearbeitet, der ein Budget von etwa 25 Millionen Schilling umfaßt. Walder: "Unserer Erfahrung nach können wir damit rechnen, daß die EU davon rund die Hälfte übernehmen würde." Im Projekt vorgesehen sind Maßnahmen zur Renaturierung bereits verbauter Lechabschnitte ebenso wie zum Aufbau eines nachhaltigen Nationalpark-Tourismus.

Für den Nationalpark könne auch mit Unterstützung des Bundes gerechnet werden. Schließlich haben die Minister Bartenstein und Molterer im Zuge der gemeinsamen Kampagne "Lebende Flüsse" mit dem WWF Österreich den Lech als eine der schützenswertesten Fließstrecken Österreichs ausgewiesen. Das Umweltministerium habe auch bereits durchblicken lassen, sich an der Finanzierung des Wildflußparks beteiligen zu wollen.

Walder: "Der WWF bemüht sich weltweit darum, jetzt die wertvollsten Naturgebiete und Lebensgrundlagen für kommende Generationen zu erhalten. Für Europa ist der Lech - als letztes Wildflußsystem der Nordalpen - ein unverzichtbarer Teil unseres Naturerbes!".

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