G'selchtes vom Bauern gesundheitsgefährdend?

Zulässiger Grenzwert von Benzo(a)pyren bis um das 31-fache überschritten

PWK - Nach einer von der AK Steiermark in Auftrag gegebenen Untersuchung wiesen 80 Prozent des Geselchten aus bäuerlicher Produktion einen überhöhten Gehalt an Benzo(a)pyren auf, während alle "Osterschinken" aus den Fleischereibetrieben deutlich unter dem zulässigen Grenzwert lagen. Benzo(a)pyren entsteht bei der Verbrennung von Holz und steht im Verdacht, in höherer Konzentration krebserregend zu wirken, erklärt die Bundesinnung der Fleischer. ****

Die AK Steiermark hat zwischen 7. und 14. März 1998 25 Proben Geselchtes auf Bauernmärkten eingekauft und an der Technischen Universität Graz untersuchen lassen. Zum Vergleich wurde auch Geselchtes in vier Fleischerfachgeschäften in Graz eingekauft.

Das Ergebnis ist für die österreichischen Fleischereibetriebe erfreulich, da alle in den Fleischerfachgeschäften eingekauften Selchwaren Benzo(a)pyrenwerte weit unter dem zulässigen Grenzwert von 1 Mikrogramm/kg aufwiesen. Bei zwei Produkten war der Gehalt sogar dermaßen gering, daß der Stoff nicht mehr nachgewiesen werden konnte.

Für die bäuerlichen Hersteller von Geselchtem ist das Ergebnis katastrophal. 22 der 25 Warenproben aus bäuerlicher Produktion wiesen eine Überschreitung des erlaubten Benzo(a)pyren-Grenzwertes auf. Der höchste Wert lag bei 32 Mikrogramm/kg.

Der Benzo(a)pyren-Gehalt ist sehr stark von der Art des Räucherverfahrens abhängig. Der Rauchinhaltsstoff kann etwa durch die Verwendung von Filtern und durch eine niedrige Temperatur des glimmenden Holzes vermindert werden. Mit anderen Worten: Das Fachwissen des Herstellers und die technischen Einrichtungen schützen den Konsumenten vor überhöhten Werten. Das Untersuchungsergebnis legt eindeutig dar, daß die meisten Landwirte, bei denen Bauerngeselchtes für diese Studie eingekauft wurde, keine oder unzureichende Maßnahmen zur Verringerung dieses beim Räuchern entstehenden Stoffes gesetzt haben.

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Bundesinnung der Fleischer
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Komm.Rat Ernest Pollak

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