Tiermord als Abenteuerurlaub

Wien (OTS) - Tiermord als Abenteuerurlaub ist zum weltweit blühenden Geschäftszweig geworden. Vor allem in den Monaten April und Mai blasen die Trophäenjäger zum Halali. Beliebte Ziele sind Nordamerika oder Zentralasien. Mit der heutigen Protestveranstaltung vor dem Geschäftslokal des Jagdreiseveranstalters Eduard Kettner in der Shopping City Süd, Wien-Vösendorf, 11.00 Uhr, appelliert das Tierhilfswerk Austria (THWA) an Öffentlichkeit wie Jägerschaft, den Jagdtourismus zu boykottieren.

Der Jagdreiseveranstalter Eduard Kettner wirbt mit Slogans wie:
weltweit - zuverlässig - individuell - preiswert. In einem bunten -Naturidylle vorgaukelnden - Folder findet sich als dann das Angebot zur achttägigen Jagd auf Schwarzbären in der kanadischen Provinz Manitoba, womit das "weltweit" bestätigt wäre; ebenso das "preisgünstig". Denn die Tour kostet den betuchten Trophäenjäger etwas mehr ATS als 26.290,- Auch das "zuverlässig" scheint zu stimmen, da das Erlegen eines Schwarzbären fixer Bestandteil der Reisevereinbarung ist: Abschluß heißt Abschuß! Womit nur noch das "individuell" zu erklären bleibt, was in diesem Fall heißt: je nach ganz persönlicher Tötungsneigung und passender Aufzahlung kann auch eine andere Tierart - wie etwa Wolf - gekillt werden. Alles in allem eine runde Geschichte, die einen "Mordsspaß" verspricht.

Dabei stellt Eduard Kettner keinen Einzelfall dar. Von Haibach (OÖ) aus bietet Gugler's Jagdreisen eine achttägige Jagd in Alberta, Kanada, zum Preis von US$ 2.300,- an. Auch hier sind zwei tote Schwarzbären samt Wolf Teil der Abmachung. Arrangements für andere Tierarten gibt es von Kirgisien, Kasachstan, über die Mongolei bis Alaska.

Mag. Alexander Willer, Kampagnenleiter des THWA: "Diese Form von Jagd hat mit Hege oder Weidgerechtigkeit nicht das geringste zu tun. Tiere werden zu lebenden Zielscheiben betuchter Sonntagsjäger. Der Wert eines Lebens - sei es Bär, Wolf, Hirsch oder Bock - wird in Dollars bemessen. Bei Menschen spräche man von Auftragsmord, bei Tieren heißt es verharmlosend Trophäenjagd. Das THWA ruft mit Eindringlichkeit alle seriösen Jäger auf, den Jagdtourismus zu boykottieren!"

Christian Janatsch, Präsident des THWA: "Nachdem in unseren Breiten durch die Lust am Töten zahlreiche Tierarten ausgerottet wurden, werden selbige nun in fernen Ländern unter dem Deckmantel des 'kontrollierten Abschußes' genauso gnadenlos verfolgt. Wer es sich leisten kann, fliegt etwa nach Nordamerika, wo es gerade in den Frühjahrsmonaten für hunderte Bären zu einem blutigen Erwachen aus der Winterruhe kommt, wenn die erschöpften Tiere den Jagdtouristen ein leichtes Ziel abgeben."

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Tierhilfswerk Austria
Mag. Alexander Willer,
Tel.: 0676/3325071 oder
02243/22964-15

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