AK: Sozialpartnerlinie in Lehrlings-Verhandlungen bestätigt

Mrkvicka: Gehrer soll "Sicherheitsnetz" für 4.000 Jugendliche endlich zustimmen

Wien (OTS) - In den gestern, Dienstag abends, abgeschlossenen Experten-Verhandlungen zum Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung NAP wurde die Sozialpartnervereinbarung zur Berufsausbildung im wesentlichen bestätigt, berichtet der Leiter des AK Bildungsbereiches, Franz Mrkvicka. Die Frage des "Sicherheitsnetzes" für 4.000 bis 6.000 Jugendliche - die Sozialpartner hatten Berufslehrgänge als Übergangslösung vorgeschlagen - wurde an eine Politikerrunde nächste Woche weiterverwiesen, weil das Unterrichtsministerium nicht zustimmte. Mrkvicka kritisiert als "absolut unverständlich, daß das Unterrichtsministerium blockiert, obwohl alle Einwände entkräftet wurden". ****

Die Einwände von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer, daß ein Sicherheitsnetz von Berufslehrgängen mindestens 4 Mrd Schilling koste und verfassungsgesetzliche Änderungen brauche, konnten vom Unterrichtsministerium nicht belegt werden. Die Experten der Regierung und der Sozialpartner haben festgestellt, daß eine einfache Anpassung des Schulorganisationsgesetzes genüge und
Kosten von 400 Millionen Schilling im Jahr entstünden.

Umso unverständlicher ist für Mrkvicka, daß das Unterrichtsministerium dem Sozialpartnervorschlag der Berufslehrgänge trotzdem nicht zustimmte. Es geht dabei um ein Sicherheitsnetz für 4.000 bis 6.000 Jugendliche, die im Herbst einen Ausbildungsplatz brauchen, bis sie eine Lehrstelle bekommen. Die Anbindung dieser Berufslehrgänge an die Berufsschulen sei "die einfachste und wirksamste Maßnahme, den Jugendlichen für den Herbst Sicherheit zu geben, daß sie einen Ausbildungsplatz bekommen." Den Jugendlichen müsse das Recht auf Ausbildung gesichert werden.

Auch in den anderen Punkten wurde die Sozialpartnervereinbarung
zum Beitrag der Schule zur Entlastung des Lehrstellenmarktes von
den Verhandlern bestätigt. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind
- Vorsorge, daß geeignete Schüler von berufsbildenden mittleren und höheren Schulen nicht mehr wegen Platzmangels abgewiesen
werden müssen,
- die Möglichkeit an öffentlichen Schulen, den Hauptschulabschluß kostenlos nachholen zu können,
- die Überprüfung des Repetierverbotes für schwache Schüler der ersten Klassen an berufsbildenden Schulen,
- eine Erhöhung der Verbleibquote, damit weniger Schüler abbrechen.

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