Lieber "Osterhase" - Böser Fuchs?

Lob und Tadel für Jägerschaft

Wien (OTS) - In vielen Teilen Westeuropas ist der Feldhase über weite Gebiete bereits ausgestorben. In Niederösterreich und Burgenland werden nun seitens der Jägerschaft Projekte ins Leben gerufen, um das Überleben der Spezies zu gewährleisten. Allerdings bei gleichzeitiger Kampfansage an den Fuchs, was ökologischen Wahnsinn bedeutet.

Der Feldhase ist von seiner natürlichen Auslegung her ein Steppenbewohner, der vor allem im Osten Österreichs sehr verbreitet war. In den letzten zwei Jahrzehnten nahm seine Population dramatisch ab. Der Hauptgrund dafür ist die verstärkte Intensivierung der Landwirtschaft, was zu großflächigen Monokulturen und vermehrter Nutzung von Brachland führt. Gerade durch die Zerstörung dieser ökologisch wertvollen Wildnis wurden dem Hasen Nistplatz, Versteck wie Nahrung entzogen. Die Jägerschaften von Burgenland und Niederösterreich machen sich nun daran, Weingartenstillegungen oder Brachlandzonen zu fördern. Ein an und für sich sehr begrüßenswerter Schritt, hieße dies nicht gleichzeitig verstärkte Bejagung von sogenanntem "Raubzeug", wie etwa dem Fuchs.

Mag. Alexander Willer, Kampagnenleiter des THWA:
"Wissenschaftliche Feldforschungen von David MacDonald in England oder Erik Zimen im Saarland ergaben ganz eindeutig, daß eine übermäßige Bejagung Füchse dazu animiert, sich verstärkt fortzupflanzen, was ein noch mehr an Füchsen zur Folge hat. Reviergrenzen haben dann keine Gültigkeit mehr und die Tollwutgefahr steigt durch Zunahme der Tiere wie durch verstärkten Kontakt. Dem Feldhasen ist durch ein Fuchsmassaker nicht im geringsten gedient, ganz im Gegenteil. Hier wird versucht, den Teufel durch den Beelzebub auszutreiben. Ein Fehler macht den anderen nicht gut. Zudem dürfen Füchse nicht als sächliches "Raubzeug" betrachtet werden, sondern als soziale und hochsensible Tiere."

Christian Janatsch, Präsident des THWA: "Bei aller Abneigung gegen die Jagd und vor allem Jagdtourismus der Trophäen wegen, muß man doch einräumen, daß es unter den Jägern solche und solche gibt. Damit sind diejenigen gemeint, denen Hege sowie Umwelt- und Artenschutz doch mehr wert sind, als ein Schuß Pulver im wahrsten Sinne des Wortes. So werden im Burgenland 50 % der Saatgutkosten zur Schaffung von Wildniszonen für den Feldhasen von der Jägerschaft übernommen. Landesjägermeister Friedrich Prandl war auch für eine Abschußselbstbeschränkung eingetreten, in Gebieten, wo der Feldhase besonders gefährdet ist. Daß man klarerweise darauf hofft, nach Erholung der Hasenbestände wieder munter darauf los ballern zu können, ist die Kehrseite der Medaille."

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Tierhilfswerk Austria
Mag. Alexander Willer
Tel. 01/2243 22964

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