AK Test: Gewichtsschwindel bei Eiern

Bei zwei von drei Einkäufen zahlt der Konsument zuviel - AK erstattet Anzeige

Wien (OTS) - In zwei Drittel von 50 untersuchten Eierproben
finden sich leichtere Eier als auf der Packung angegeben. Das
zeigt das Ergebnis eines AK Gewichtstests bei Eiern. Insgesamt wurden knapp 1.000 Eier in Wiener Supermärkten und Märkten eingekauft und verwogen. "Dieser Nepp am Konsumenten hat System -die Produzenten verschaffen sich so ein beträchtliches Körberlgeld," kritisieren die AK Konsumentenschützer. Die AK forderte bereits die betroffenen Handelsketten auf, strengere Eingangskontrollen durchzuführen. Außerdem wird die AK die Eier-Sünder anzeigen.****

Die Osterhasen werden sich heuer mit den Eiern nicht so
abschleppen müssen: Denn 33 von 50 eingekauften Proben leiden an Untergewicht. Das ist das Ergebnis einer AK Gewichtsklassen-Kontrolle bei Eiern. Die AK Konsumentenschützer haben im März knapp tausend große Eier der Gewichtsklassen L und XL eingekauft und verwogen. Überprüft wurden Filialen von zehn verschiedenen Supermarktketten und drei Märkte in Wien.
Eier werden in Österreich wie in der EU nach Gewicht verkauft. Die neuen Gewichtsklassenbezeichnungen S, M, L und XL müssen sich auf jeder Packung befinden. Per Gesetz ist genau geregelt, wie schwer ein Ei sein muß, damit es in die entsprechende Gewichtsklasse fällt: Small (S) bis 53 g, Medium (M) 53 bis 63 g, Large (L) 63
bis 73 g und Extralarge (XL) ab 73 g.

Viele "Leichtgewichte"
In jeder fünften Probe sind nicht nur einzelne Eier, sondern fast die Hälfte der Eier zu leicht. In manchen Fällen waren sogar alle oder fast alle Eier in den Packungen untergewichtig. Eine Probe wurde erst dann als nicht in Ordnung eingestuft, wenn mehr als zwölf Prozent der Eier zu klein waren. Sogar unter Einrechnung eines Sicherheitspolsters für einen eventuellen Wasserverlust wäre immer noch die Hälfte der Proben zu beanstanden gewesen.

Besonders schlecht waren die Ergebnisse bei Eiern von Hühnern aus Käfighaltung: 80 Prozent der Proben wurden beanstandet. "Das ist besonders ärgerlich, da gerade Käfigeier meist aus großen Produktionsanlagen mit eigenen Sortiermaschinen kommen. Wenn diese Maschinen richtig eingestellt werden, können solche massiven Gewichtsunterschreitungen nicht vorkommen," erklären die AK Konsumentenschützer. "Hier liegt der Verdacht nahe, daß der Nepp am Konsumenten nicht zufällig passiert, sondern System hat."

AK wird gegen Ei-Schwindel aktiv
Der Preisunterschied zwischen den Gewichtsklassen beträgt bei zehn Eiern meist rund drei bis vier Schilling. In Österreich werden jährlich 1,65 Milliarden Eier produziert; allein im Lebensmitteleinzelhandel werden etwa 450 Millionen Eier pro Jahr abgesetzt. "Die Schillinge oder Groschen, die der Konsument bei
zwei von drei Eierkäufen zuviel zahlt, summieren sich bei solchen Stückzahlen für die Produzenten natürlich zu einem ordentlichen Körberlgeld", so die AK Konsumentenschützer. Dagegen wird die AK nun vorgehen:
+ Die AK wird die Gewichtsschwindel-Fälle den zuständigen Behörden anzeigen. "Wenn zB bei einem Abpacker bei sechs von neun Proben massiver Gewichtsschwindel festgestellt wird, kann das kaum ein Zufall sein," so die AK Konsumentenschützer.
+ Die AK hat außerdem bereits die betroffenen Handelsketten informiert und aufgefordert, strengere Eingangskontrollen durchzuführen.

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