"Promille-Barometer": Dramatische Situation für das Gastgewerbe

Umsatzrückgänge in der Gastronomie von fast 13 Milliarden öS zu befürchten - 10.000 Betriebe in ihrer Existenz gefährdet

Wien (PWK) - Die heimische Gastronomie sieht schwere Zeiten auf
sich zukommen. Infolge der seit Jahresbeginn gültigen 0,5-Promille-Regelung muß die Branche mit wahrscheinlich kräftigen Einbußen bei den Gesamtumsätzen des Jahres 1998 rechnen. Dies geht aus einer soeben veröffentlichten Umfrage ("0,5-Promille-Barometer 98") unter den Gastronomiebetrieben in Kärnten, der Steiermark sowie in Wien hervor. Analysiert wurden dabei die Auswirkungen der neuen Promille-Grenze auf die Umsätze in den Monaten Jänner und Februar 1998. ****

Die Umsätze mit alkoholischen Getränken sind in den ersten beiden Monaten drastisch zurückgegangen, am deutlichsten bei Spirituosen (minus 38 Prozent), Bier (minus 23 Prozent) und Wein (minus 22 Prozent). Allerdings sind die Rückgänge in Wien geringer ausgefallen als in Graz und Klagenfurt, heitß es in der von Dr. Stefan Gergely in Zusammenarbeit mit den gastronomischen Fachgruppen dieser Bundesländer durchgeführten Untersuchung. Federführen beteiligt auf seiten der Gastronomie waren dabei Sektionsobmann Josef Bitzinger (Wien), Komm.Rat Helmut Hinterleitner (Vorsteher der Fachgruppe Gastronomie in Kärnten) und Karl Wratschko (Vorsteher der Fachgruppe Gastronomie in der Steiermark).

Lokale, die nur mit dem Auto zu erreichen sind, verzeichnen naturgemäß stärkere Rückgänge als Gastbetriebe in einer Wohngegend. Vergleichsweise geringer sind die Umsatzrückgänge in Hotelrestaurants und Gasthöfen, ebenso in Fast Food-Restaurants, Betrieben der Systemgastronoie sowie in Pubs und Bierlokalen. Überdurchschnittlich hohe Einbußen beklagen hingegen Weinstuben, (Land)Gasthäuser, Bars und Diskotheken.

Die Analyse zeigt, daß ein Viertel der untersuchten Lokale Rückgänge bei alkoholischen Getränken von mehr als 50 Prozent meldet. Diese Gruppe ist, wenn sich der Trend fortsetzt, in ihrer Existenz gefährdet. Konkret betroffen sind 10.000 Betriebe mit rund 35.000 Beschäftigten.

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