Österreich: Signifikante Höherqualifizierung in 25 Jahren

Hoher Anteil an mittleren Qualifikationen erreicht Nur 17 Prozent reine Pflichtschulabsolventen

PWK - "Die österreichische Bevölkerung hat in den letzten 25 Jahren insgesamt eine signifikante Höherqualifizierung erreicht", faßt Arthur Schneeberger vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) das Ergebnis seiner Studie "Höherqualifizierung in Österreich - Trends und Herausforderungen" zusammen. "Der Anteil der Bevölkerung im Haupterwerbsalter ohne Bildung und Ausbildung nach der allgemeinen Pflichtschule ist von 53 Prozent bei den 60 bis 64-Jährigen auf 17 Prozent bei den 25 bis 29-Jährigen gesunken", so Schneeberger. ****

"Die Stärke des österreichischen Bildungssystems liegt in den mittleren und höheren beruflichen Qualifikationen. Bei den 25 bis 29-Jährigen erreichen in Österreich bereits über 80 Prozent der Wohnbevölkerung Bildungsabschlüsse des oberen Sekundarbereiches. Diese Quote zu halten und noch auszuweiten ist eine wichtige Zukunftsanforderung, da gerade die mittleren Qualifikationen gesamtwirtschaftlich ausschlaggebend sind, wie ein internationaler Vergleich von Bildungsstruktur und BIP je Einwohner aufzeigt", betont Schneeberger.

Der Anteil der Maturanten und Akademiker hat sich von knapp 10 Prozent 1971 auf 23 Prozent 1996 erhöht. Der derzeitige Hochschulabsolventenanteil beläuft sich in Österreich nach aktueller OECD-Berechnungsmethode Mitte der 90er Jahre auf zehn Prozent des theoretisch vergleichbaren Altersjahrganges. Dieser Wert ist ungefähr gleich hoch wie in der Schweiz oder in Deutschland. Der Unterschied zu den angelsächsischen Ländern resultiert aus dem Fehlen eines Abschlusses vor dem Diplomabschluß und dem Fehlen einer der BHS vergleichbaren Bildungsschiene in diesen Ländern. "Gerade die berufsbildende höhere Schule hat in Österreich den quantitativ stärksten Beitrag zur Höherqualifizierung der Erwerbsbevölkerung geleistet. Ihr Anteil hat sich seit 1971 von 2,1 Prozent auf 8,7 Prozent mehr als vervierfacht, während sich der Anteil der Hochschulabsolventen von 3,1 auf 6,4 etwa verdoppelt hat, so Schneeberger.

"Eine Unternehmensbefragung zeigt auch, daß Hochschulabsolventen in der Wirtschaft in rund 70 bis 90 Prozent der Betriebe, je nach Branche, damit zu rechnen haben, daß BHS-Absolventen (HAK oder HTL) mit Berufserfahrung ebenso anspruchsvolle Aufgaben erfüllen und damit gleichwertige Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt sind", betont Schneeberger. Der Anteil wirtschaftsnaher Studienabschlüsse ist entsprechend der betrieblichen Nachfrage ebenfalls von 29 Prozent auf 44 Prozent gestiegen.

Ob das Bildungssystem eines Landes den Bedürfnissen der Wirtschaft entspricht, läßt sich im wesentlichen am BIP pro Kopf der Bevölkerung und an der Arbeitslosenrate messen, wobei Österreich jeweils Spitzenwerte erreicht. Die Stärke des österreichischen Bildungssystems liegt im hohen Stand der mittleren Qualifikationen, das heißt in der beruflichen Bildung.

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Dr. Arthur Schneeberger

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