Vorklinische Studien beweisen: Famciclovir ist bei der Reduzierung der Anzahl Zellen mit latentem Herpes-Virus wirksamer als Valaciclovir

San Diego (ots-PRNewswire) - Eine Gruppe anerkannter
Herpes-Experten diskutiert auf einer Internationalen Konferenz zur Antivirus-Forschung die klinischen Auswirkungen.

Aus einer Reihe von Untersuchungen an Mäusen, die diese Woche auf der 11. Internationalen Jahreskonferenz zur Antivirus-Forschung in San Diego, Kalifornien, vorgestellt wurden, geht hervor,daß Famciclovir sich bei der Reduzierung der Anzahl Zellen mit latentem (inaktivem) Herpes Simplex Virus (HSV) als wirksamer herausgestellt hat als Valaciclovir, wenn es in den ersten fünf Tagen der HSV-Infektion verabreicht wird. Aufgrund dieser überzeugenden Ergebnisse wurde eine weltweite klinische Versuchsreihe auf den Weg gebracht, um zu ermitteln, ob eine einzelne 10-tägige Behandlung mit Famciclovir - während der Ersterkrankung eines Patienten mit Herpes G - das zukünftige Auftreten verhindert und eine weitere Medikation unnötig macht.

"Bei Einsatz eines Nebenkultur-Assays im Labor senkt Famciclovir deutlich die Anzahl Zellen mit latentem Virus und verhindert - im Vergleich zu Valaciclovir - die virale Reaktivierung", sagt Hugh Field, M.A., Sc.D., Zentrum für Veterinär-Wissenschaft am Veterinär-Institut der Universität von Cambridge, England, der führenden Forschungseinrichtung für vorklinische Untersuchungen. "In nachfolgenden Versuchen konnten wir die Reduzierung latenter Zellen exakt quantifizieren. Wir haben verschiedene hochsensible Versuche eingesetzt, um latente Viren aufzudecken und stellten eine markante Reduzierung latenter HSV bei mit Famciclolvir behandelten Mäusen im Vergleich zu Valaciclovir fest. Tatsächlich zeigen die Ergebnisse aller unserer vorklinischen Versuchsreihen, daß die Frühbehandlung mit Antivirus-Präparaten langfristig einen Unterschied machen könnte, und Famciclovir scheint das vielversprechendste Mittel zu sein, um diese Wirkung am Menschen zu testen."

Durchgängige Beweise, daß Famciclovir die Anzahl HSV reduziert und die Reaktivierung der Viren hemmt.

Es gibt zur Zeit kein Heilmittel für Herpes G. Neue, vorklinische Forschungsreihen deuten jedoch darauf hin, daß Famciclovir sich möglicherweise auf das Herpes G Virus auswirkt, bevor es in das latente Infektionsstadium eintritt. Dr. Field legte Studien vor, in denen anhand eines Nebenkultur-Assays im Labor festgestellt wurde, daß die Behandlung einer Erstinfektion mit dem Herpes-Virus (HSV-1 oder HSV-2) mit Famciclovir an Mäusen die Anzahl Zellen mit latentem HSV zu reduzieren scheint und in einigen Fällen eine Reaktivierung des Virus' verhindert.

In einer in 'Antimicrobial Agents and Chemotherapy' veröffentlichten Studie zeigten die mit dem Herpes-Virus geimpften Mäuse sechs Wochen nach Abschuß der Behandlung mit Famciclovir keinen Hinweis auf eine Virus-Reaktivierung. Im Gegensatz dazu wurden Viren aus den Ganglien von 60 % der Mäuse reaktiviert, die mit Valaciclovir oder anderen Antiherpes-Mitteln behandelt wurden.

Eine im "Journal of Infectious Diseases' veröffentlichte Studie stellte fest, daß - wenn man das Nervengewebe von Mäusen mit dem Herpes Simplex Virus infiziert und 5 oder 10 Tage lang mit Antivirus-Mitteln (Famcliclovir oder Valaciclovir) behandelt und dabei eine Gewebekultur anlegt - sich die Reaktivierungsfähigkeit des Virus' drei Monate nach Auftreten der Erstinfektion reduziert hatte. Die Reduzierung unter Famciclovir war jedoch markanter als bei Valaciclovir).

Dr. Field legte auch Daten aus seiner neuesten Studie vor, bei der es den Forschern gelang, Zellen sichtbar zu machen, die ein latentes Virus beherbergen. In einem Aufsatz, den Dr. Field und seine Kollegen auf der 37. Interscience Conference on Antimicrobial Agents and Chemotherapy (ICAAC;) am 29. September 1997 in Toronto vorstellten, wurde berichtet, daß bei Mäusen, die ein oder zwei Tage vor der Infektion behandelt wurden, in bis zu 40 % der Ganglien-Neuronen Valaciclovir-behandelter Mäuse latente Viren vorhanden waren, was in den Zellen Famciclovir-behandelter Mäuse sehr selten der Fall war.

Vermeidung von HSV Latenz und Wiederauftreten bei Menschen:
mögliche klinische Auswirkungen

Im Anschluß an die Präsentation folgten Virologen und Fachleute für Infektionskrankheiten aus aller Welt der Diskussion einer Gruppe führender Herpes-Virus Experten über die potentiellen klinischen Auswirkungen dieser Forschungen. Nach Aussagen von Dr. Field könnten die vorklinischen Studien klinische Bedeutung haben, weil die Antivirus-Wirkstoffe in ihrer Dosierung so verabreicht wurden, daß die Medikamenten-Konzentration mit der beim Menschen vergleichbar ist.

Dr. Lawrence Stanberry, M.D., Ph.D., Direktor der Abteilung für Infektionskrankheitenan der Children's Hospital Research Foundation und Professor für Pädiatrie am Children's Hospital Medical Center an der Medizinischen Fakultät der Universität von Cincinnati, fügte hinzu, daß - obwohl noch keine schlüssigen klinischen Daten vorliegen - die vorklinischen Beobachtungen darauf hindeuten, daß die akute Behandlung mit Famciclovir während eines erstmaligen Auftretens von Herpes G eine Wiederholung verhindern oder abmildern könnte. Wenn diese Ergebnisse in klinischen Studien bestätig werden, könnte Famciclovir bei seiner Verabreichung während der Primärinfektion das zukünftige Auftreten verhindern.

"Das zunehmende Auftreten von Herpes G und der Anstieg der weltweit nicht diagnostizierten und nicht behandelten Fälle gibt Anlaß zu großer Sorge. Der klinische Beweis, daß das Wiederauftreten von herpes genitalis durch eine kurze Antivirus-Therapie während des Erstauftretens bei einem Patienten gehemmt oder abgeschwächt werdenkönnte, wäre eine sehr wichtige Entwicklung für die Behandlung dieser Krankheit", sagte Dr. Stanberry. "Personen, bei denen Herpes G zum ersten Mal auftritt, könnten potentiell eine einzige Behandlung bekommen, und weitere Ausbrüche wären dann unwahrscheinlicher."

Der vergleichende, Doppelblind-Versuch an mehreren Kliniken, der von SmithKline Beecham durchgeführt wird, umfaßt 400 Patienten und findet weltweit an 67 Standorten statt. Die teilnehmenden Patienten werden 10 Tage lang entweder mit Famciclovir oder Valaciclovir behandelt und danach aufgefordert,10 Monate lang einmal monatlich zu Anlegen von Kulturen in die Klinik zurückkehren

Herpes G Infektion: ein wachsendes, weltweites Gesundheitsproblem

Geschätzte 107 Millionen Menschen in den Ländern der westlichen Welt leiden an herpes genitalis - einer ansteckenden Virusinfektion, die durch das Herpes Simplex Virus (HSV) ausgelöst wird. 8 - 12 % der Europäer sind mit Herpes G infiziert, und aus einer im vergangenen November im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie geht hervor, daß einer von fünf Amerikanern über 12 Jahre (45 Mio. Menschen) an dieser Krankheit leidet. Außerdem geht aus neuen Untersuchungen hervor, daß herpes genitalis ein erheblicher Risikofaktor für eine Erkrankung an der HIV-Infektion und deren Übertragung ist.

Eine Herpes G Infektion tritt im allgemeinen durch sexuellen Kontakt mit einem infizierten Partner auf. In viele Fällen ist das erste Auftregen von herpes genitalis sehr schwer und kann Wochen anhalten. Das Virus begibt sich dann zu den Nerven in der Nähe der Spinalwurzel und wartet dort latent auf seine Reaktivierung. Eine Reaktivierung aus der latenten Phase kann von Zeit zu Zeit durch Faktoren, wie Streß, Erschöpfung oder Geschlechtsverkehr, auftreten. Wenn sie erst einmal reaktiviert sind, können die Viruspartikel sich an den Nervenbahnen entlang zur Hautoberfläche bewegen und dort einen neuen Anfall von herpes genitalis auslösen.

ots Originaltext: SmithKline Beecham
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