Baugewerbe wehrt sich gegen persönliche Angriffe der AK-NÖ

Lahofer: "AK soll derartige Untergriffe in Zukunft unterlasssen"

Wien (PWK) - Die Bundesinnung der Baugewerbe wehrt sich gegen persönliche Angriffe der AK-NÖ auf Landesinnungsmeister Manfred Schuster. Das Forderungspaket der Bauwirtschaft für die laufenden KV-Verhandlungen sei kein Personenprogramm einzelner Funktionäre, sondern ein Gesamtpaket, das zwischen der Bundesinnung der Baugewerbe und dem Fachverband der Bauindustrie akkordiert ist. "Ich fordere die AK auf, derartige Untergriffe in Zukunft zu unterlasssen und das Verhandlungsklima nicht unnötig zu vergiften", erklärte Johannes Lahofer, Bundesinnungsmeister der Baugewerbe. ****

Lahofer wies in diesem Zusammenhang auch die Vorwürfe der Gewerkschaft Bau-Holz entschieden zurück, das Forderungspaket der Arbeitgeber würde den Bauarbeitern generell Einkommenseinbußen von 40.000 Schilling jährlich bringen. "Das sind fiktive Zahlen, die völlig aus der Luft gegriffen sind und seitens der Gewerkschaft durch nichts belegt werden", so Lahofer. Die Gewerkschaft habe das Phantombild eines Lehrlings gezeichnet, der Höhenzulage kassiert und maximal 90 Stunden anspart. In Wahrheit wurden einfach alle notwendigen rahmenrechtlichen Anpassungen, die etappenweise über mindestens vier Jahre erfolgen sollen, zusammengezählt und alle Bauarbeiter über einen Kamm geschert, ohne Rücksicht auf die individuelle Situation der einzelnen Gruppen zu nehmen.

Falsch sei auch die Behauptung der Gewerkschaft, ein Bauarbeiter würde im Durchschnitt lediglich öS 13.000,-- netto verdienen. Nach den vom Österreichischen Statistischen Zentralamt herausgegebenen Berechnungen verdient ein Bauarbeiter im Durchschnitt öS 27.712,-- brutto pro Monat.

"Wir wollen den Bauarbeitern nichts wegnehmen, schließlich bieten wir eine Lohnerhöhung von 2,7% als Paketlösung an. Aber wir können uns die unzähligen Privilegien, die sich im Laufe der Zeit im Kollektivvertrag angesammelt haben und die Lohnzusatzkosten auf 105% geschraubt haben, einfach nicht mehr leisten", warnte Lahofer. Die Paketlösung sieht vor, die Inflationsrate mit 1,3% abzugelten und Änderungen bei den Arbeitszeitmodellen und rahmenrechtlichen Bestimmungen im Kollektivvertrag mit 1,4% zu berücksichtigen, so daß sich im Endeffekt für die Bauarbeiter keine Verminderung des Jahreseinkommens ergibt. Langfristiges Ziel ist es, daß sich die Lohnpolitik in der heimischen Bauwirtschaft an den europaweit üblichen Löhnen und Gehältern orientiert, betonte Lahofer. (Schluß) mh

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