PAK kollmann AK zu Euro: Bitte keine Schauermärchen mehr

Arbeiterkammer will doppelte Preisauszeichnung. Eine achtfache Preisangabe, vor der sich der Handel fürchtet, wurde nie verlangt

Wien (OTS) - Eine sechs- bis achtfache Preisangabe pro Produkt,
vor der Vertreter der Wirtschaft in den vergangenen Tagen
"gewarnt" haben, wurde nie verlangt und steht auch nicht im entsprechenden Sozialpartnerabkommen. Auch der Gesetzesentwurf des Wirtschaftsministeriums sieht das nicht vor. Statt mit Schauermärchen die Konsumenten zu verunsichern, sollte der Handel endlich Vorbereitungen für eine übersichtliche doppelte Preisauszeichnung treffen, fordert die AK. Gleichzeitig erteilt
die Arbeiterkammer allen Überlegungen, den Euro ohne Umstellungsfrist einführen zu wollen, eine strikte Absage.

In den vergangenen Tagen haben einige Wirtschaftskammerfuntionäre ihre Ablehnung der doppelten Preisauszeichnung bei der Euro-Einführung mit dem "Argument" begründet, eine bis zu achtfache Preisangabe pro Produkt sei "verwirrend" und "zu teuer". Das wurde aber nie verlangt. Auch wenn die künftige EU-Grundpreisauszeichnung kommt, müßte dieser Grundpreis nur in Euro ausgezeichnet werden. So steht das auch in der Sozialpartnervereinbarung von 1997. Und der Gesetzesentwurf des Wirtschaftsministeriums sieht lediglich eine
Doppelpreisauszeichnung vor. Während der Umstellungsfrist kann es also zu folgender Preisauszeichnung kommen: Schilling, Euro und Grundpreis in Euro. Die Maximalvariante sind also drei
Preisangaben und nicht sechs oder gar acht. Hier liegt auf der
Seite der Handelsvertreter entweder eine Unkenntnis der eigenen Vereinbarungen vor oder es wird versucht, Verwirrung zu stiften.

Der Gesetzesentwurf zur doppelten Preisauszeichnung ist ein
Schritt in die richtige Richtung. Daß aber rund 90 Prozent der österreichischen Geschäfte davon ausgenommen werden sollen, wird das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten in die neue Währung nicht gerade erhöhen. Die AK fordert nach wie vor, daß die doppelte Preisauszeichnung für alle Betriebe gelten muß. Daß Handelsbetriebe in der Praxis keine Probleme mit mehreren
Währungen haben, führen Geschäftsleute in den Grenzgebieten zu Deutschland und Italien seit Jahren erfolgreich vor.

Die Arbeiterkammer lehnt übrigens die in jüngster Zeit ins Spiel gebrachte "Big-Bang-Lösung" (gar keine Umstellungsfrist bei der Euro-Einführung) strikt ab. Das würde die Konsumentinnen und Konsumenten unnötig verunsichern und wäre auch für die kleinen und mittelständischen Unternehmen nur schwer zu bewältigen.

Rückfragen & Kontakt:

Presse
Bernhard Torsch
Tel.: (01)501 65 2347

AK Wien

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW