Anschober: Frauenhandel - Schubhaft behindert Aufklärung

Grüne: Die Dunkelziffern beim modernen Sklavenhandel sind extrem hoch

Wien (OTS) - "Der gestrige wichtige Erfolg der Wiener Exekutive gegen den Frauenhandel, damit verbundene Zwangsprostitution macht aber zugleich ein gravierendes Problem sichtbar: Die Abschiebung der Frauen, der Opfer, verhindert und behindert die Aufklärung. Frauen, die die Gefahr des Hilferufs auf sich nehmen, werden von der Exekutive sofort abgeschoben. Durch diese menschenrechtsunwürdige polizeiliche Praxis können sich die Menschenhändler und Zuhälter relativ sicher fühlen", stellt der Sicherheitssprecher der Grünen, Rudi Anschober, fest. ****

"Bietet man hingegen Frauen, die bereit sind, auszusagen, eine sichere Unterkunft und ein Aufenthaltsrecht in Österreich, dann könnten in diesem Bereich der Organisierten Kriminalität deutlichere Erfolge erzielt werden, denn die Dunkelziffern sind extrem hoch", so Anschober, der an den Innenminister appelliert, die gestern "befreiten Frauen" nicht abzuschieben und so der Szene ein deutliches Zeichen für die Zukunft zu setzen.

Nach Meinung des Sicherheitssprechers der Grünen wird diese abscheuliche Form der Organisierten Kriminialität in den nächsten Jahren stark im Wachsen begriffen sein. "Betroffen sind vor allem junge Frauen aus Osteuropa, aus der Karibik und Fernost. Kaum sind sie in Österreich, werden sie in 'Klubs' eingesperrt, ihrer Dokumente und ihrer Barmittel beraubt und einem Martyrium ausgesetzt, für das es keine Worte gibt", so Anschober, der nun einen Anti-Schubhaft-Erlaß des Innenministers für Opfer aus dem modernen Sklavenhandel fordert.

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