Initiativen zur Belebung der Orts- und Stadtzentren

Sektion Handel gegen doppelte Preisauszeichnung der Waren

St.Pölten (NLK) - Die Verkaufsflächen an den Orts- und Stadträndern explodieren, die Geschäfte in den Zentren geraten immer mehr unter Druck. Dieser Entwicklung möchte die Sektion Handel der Wirtschaftskammer Niederösterreich mit verschiedenen Initiativen den Kampf ansagen. Bereits im Vorjahr wurde deshalb unter dem Titel "Ortskern Kreativ" ein mit einer Million Schilling dotierter Wettbewerb gestartet, um Anreize für Ideen zur Stadt-
und Ortskernbelebung zu geben, gelungene Aktion aufzuzeigen und
die Öffentlichkeit auf die Notwendigkeit vitaler Ortszentren aufmerksam zu machen. Land und Wirtschaftskammer werden außerdem für die Stadt- und Ortskernbelebung in den nächsten fünf Jahren 60 Millionen Schilling an Förderungen zur Verfügung stellen. Wie notwendig diese Maßnahmen sind, zeige die Tatsache, daß 40 Prozent der Konsumausgaben der Niederösterreicher an nur fünf Standorten (St.Pölten, Wr. Neustadt, Krems, SCS und Wien) ausgegeben werden, meinte heute der Obmann der Sektion Handel der Wirtschaftskammer, Ing. Josef Schirak, in einem Pressegespräch. Die bessere Berücksichtigung der vorhandenen Infrastruktur, das Anbieten eines attraktiven Branchenmixes sowie die Verbesserung der Gestaltung
und des Ambientes der Geschäfte in den Ortszentren sind nur einige Maßnahmen, um dem Konkurrenzdruck der Einkaufszentren standhalten zu können. Schirak: "Die Hauptlast haben hier die Unternehmer zu tragen." Die öffentliche Hand müsse diese Initiativen durch raumordnungspolitischen Maßnahmen unterstützen.

Auf Unverständnis stößt bei Schirak die gesetzlich vorgeschriebene doppelte Preisauszeichnung der Waren beim Umstieg vom Schilling auf den Euro. "Eine reine Unternehmerschikane, die nichts an Effektivität bringt, sondern den Unternehmen nur Geld kostet." Laut Schirak würde die doppelte Preisauszeichnung den Unternehmen in Österreich rund 1,3 bis 1,5 Millarden Schilling kosten. Diese Kosten hätten letztendlich die Konsumenten zu
tragen.

Was die Verlängerung der Öffnungszeiten anbelangt, sieht Schirak vor allem eine Verlagerung des Umsatzes. Das gehe aus
einer Umfrage unter 5.600 Betrieben mit einer Rücklaufquote von rund 20 Prozent hervor. Über 80 Prozent der Unternehmen in Niederösterreich hätten jedoch keine Verlängerung der Öffnungszeiten vorgenommen. Bestätigt habe sich auch, daß vor allem größere Betriebe davon Gebrauch machen. Familienunternehmen und kleinere Betriebe könnten sich schon aufgrund der Kosten keine längeren Öffnungszeiten leisten. Zwar würden sich 60 Prozent der Kunden für längere Öffnungszeiten aussprechen, tatsächlich Gebrauch macht aber nur ein Drittel der Konsumenten. Entschieden abgelehnt wird von Schirak auch die Sonntagsarbeit.

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