Experten des Forschungszentrums Seibersdorf warnen: Laserpointer sind kein Spielzeug

Wien (OTS) - Zahlreiche Laserpointer sind falsch klassifiziert Laserpointer verursachen vorübergehende Blendung
Blendung von Autolenkern können unabsehbare Folgen haben Bleibende Augenschäden nur in Ausnahmefällen möglich

Laserpointer haben sich in jüngster Zeit zu einem wahren Verkaufsschlager vor allem bei Kindern und Jugendlichen entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Art Licht-Zeige-Stab, die sich etwa als Zeiginstrument z.B. für Vortragende eignen. Waren Laserpointer vor wenigen Jahren noch relativ teuer und dadurch professionellen Verwendern vorbehalten, so wurden sie durch günstige Preise nun einem breiten, jungen Publikum in Form von Schlüsselanhängern näher gebracht.

Laserpointer produzieren einen scharf gebündelten roten Strahl, mit dem man Ziele bis zu einer Entfernung von mehreren hundert Metern bestrahlen kann. Gerade diese "attraktiven" Eigenschaften führen aber dazu, daß man auch Menschen in großer Entfernung mit diesen Laserpointern blenden kann.

Im Allgemeinen ist diese Blendung nur vorübergehend und hinterläßt keine bleibenden Augenschäden. Das große Gefahrenpotential ist indirekter Natur: werden etwa Autofahrer mit Laserpointern geblendet, kann dies neben der Blendung zu Panikreaktionen führen und unabschätzbare Folgen haben.

Internationale Normen für Laser

Laser müssen einer internationalen Norm folgend in Sicherheitsklassen eingeteilt werden und entsprechende Warnschilder aufgeklebt oder beigelegt haben. Klasse 1 gilt als absolut sicher, während bei Klasse 4 Lasern bereits diffus reflektiertes Licht gefährlich ist.

Laserpointer fallen in eine Produktart, die den Grenzwert für Klasse 2 Laser nicht überschreiten darf. Die zulässige Ausgangsleistung dieser Klasse ist mit 1 Milliwatt (1mW) begrenzt und basiert auf dem Lidschlußreflex. Augenschäden sind dabei nur dann möglich, wenn jemand absichtlich für mehrere Sekunden in den Laser blickt und den Lidschlußreflex unterdrückt. Besonders Kinder könnten aber aus Neugier den Lidschlußrelex unterbinden, wodurch sich eine mögliche Gefährdung der Augen auch bei Laser der Klasse 2 ergibt.

50% der Laserpointer falsch klassifiziert

Die staatlich akkreditierte Prüfstelle für Lasersicherheit im Forschungszentrum Seibersdorf hat im Auftrag des Bundeskanzleramtes (Sektion für Produktsicherheit) 10 Laserpointer verschiedener Hersteller überprüft. Das Ergebnis: 50% der untersuchten Laserpointer waren falsch klassifiziert. Obwohl es sich um Laser der Klasse 3B handelt, waren sie der Klasse 2 oder Klasse 3A zugeordnet. Praktisch alle untersuchten Laserpointer wiesen besonders beim Inhalt der Warnschilder und Gebrauchsinformation zusätzliche Mängel auf. Vier der falsch klassifizierten Laserpointer verfügten überdies über ein CE Zeichen, zwei sogar über ein deutsches TÜV und "Geprüfte Sicherheit"-Zeichen.

Internationale Richtlinien sehen Sicherheitsausbildung vor

Die Ausgangsleistung der falsch klassifizierten Laserpointern liegt zwischen 1 mW und 5 mW. Die Experten in Seibersdorf weisen in diesem Zusammenhang jedoch darauf hin, daß die Wahrscheinlichkeit eines Augenschadens bis 5 mW gering ist. Wegen der möglichen Selbstgefährdung und der Gefährdung unbeteiligter Personen ist aber in internationalen Richtlinien eine entsprechende Sicherheitsausbildung von Benutzern von Lasern mit Leistungen über 1 mW (d.h. der Klassen 3A, 3B und 4) vorgesehen.

Ausdrücklich weisen die Experten des Forschungszentrums Seibersdorf darauf hin, daß auch Laser der Klasse 2 zur vorübergehenden Blendung führen können, und daß Laserpointer absolut kein Kinderspielzeug sind.

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