Metallwarenindustrie blickt wieder optimistisch in die Zukunft

Produktionswert stieg 1997 nominell um 5,7%

Wien (PWK) - Die heimische Metallwarenindustrie blickt nach einer längeren Durststrecke wieder optimistisch in die Zukunft. "Unsere 780 Mitgliedsbetriebe konnten den Produktionswert 1997 nominell um 5,7 Prozent auf rund 64,3 Milliarden Schilling steigern", stellte Reinhard Jordan, Vorsteher des Fachverbandes der Metallwarenindustrie, bei der Jahrespressekonferenz seines Verbandes fest. Die günstigen Bedingungen auf den Auslandsmärkten und der Wegfall von Währungsschwankungen sorgten für eine kräftige Belebung des Außenhandels. ****

Vom gesamten Produktionswert entfielen 41,8 Milliarden Schilling auf Exporte, wodurch sich eine Exportquote von fast 65% ergibt. Die Branche ist somit im Rahmen der Globalisierung stark von den Marktbedingungen im Ausland abhängig. Besonders gut entwickelt haben sich die Branchen Schlösser/Beschläge (+22,9%), Werkzeuge/Vorrichtungen (+15,3%), Feinmechanik/Optik (+15,2%), Heiz-und Kochgeräte (+4%) sowie Rohre und Profile (3,2%). Weniger gut lief es beim Stahldraht (-6,3%).

In der klein- und mittelbetrieblich strukturierten Metallwarenindustrie erfolgte in den letzten zehn Jahren ein wesentlicher Umstrukturierungs- und Marktanpassungsprozeß, der die rund 780 Klein- und Mittelbetriebe (82% davon haben weniger als 100 Beschäftigte, 11 Betriebe zwischen 500 und 100 und 4 über 1000) zu Spezialisten in Marktnischen gemacht hat. In diesem Zeitraum gingen jedoch 5.000 Arbeitsplätze verloren und der Trend zu weiterem Personalabbau hält an. Mit Ende 1997 waren rund 45.600 Beschäftigte in der Metallwarenindustrie tätig, was einem Rückgang von 1,5 Prozent gegenüber 1996 entspricht.

Belastet werden die Unternehmen vor allem durch hohe Lohnnebenkosten (rund 100%) und hohe Stahlpreise, die im letzten halben Jahr von den Stahlwerken um 8-15% erhöht wurden. Diese Faktoren führen zu weiterem Personalabbau, Produktionsverlagerungen ins benachbarte Ausland (Tschechien, Polen etc.) und Firmenzusammenschlüssen gleicher oder abhängiger Branchen. Bis 1994 war es möglich, den Anstieg der Verdienste durch Produktivitätssteigerungen sowie durch teilweises Abwälzen des Kostendrucks auf die Produktionspreise wettzumachen. Bedingt durch den verstärkten internationalen Wettbewerbsdruck sowie durch das Auftreten neuer Anbieter mit kostengünstigeren Produktionsmöglichkeiten erzielten die Preise für Metallwaren nur moderate Zuwachsraten im europäischen Vergleich.

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