- 03.04.1998, 08:25:07
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Studienförderungen seit 4 Jahren nicht mehr der Inflation angeglichen=
Wien (OTS) - Wissenschaftsminister Caspar Einem gab in einem
Interview mit der Presse in der zweiten Märzwoche bekannt, daß die
Studienbeihilfen in den kommenden zwei Jahren nicht angehoben werden
sollen. Dies wird von der ÖH Uni Wien kritisiert, da diese staatliche
Förderung für sozial bedürftige Studierende bereits seit Oktober 1994
nicht mehr der Inflation entsprechend angehoben wurde. "Statt einer
sozial gerechten Studienförderung sehen wir uns hier mit einer
Verschlechterung der Chancengleichheit im Bildungssystem
konfrontiert!", so Silvia Pernsteiner, vom Vorsitzendenteam am
Hauptausschuß der Universität Wien. Die Aussage Einems steht auch im
Kontrast zu Angaben der Autoren Ferdinand Lechner und Walter Leitner
in ihrer heuer im Wissenschaftsverlag erschienenen Ausgabe "Die
Sozialstruktur der Studierenden", wo sie in der Einleitung schreiben:
"Die bisher durchgeführten empirischen Untersuchungen zeigen ebenso
wie Studien aus dem vergleichbaren europäischen Ausland, daß
insbesondere aus dem Arbeitermilieu kommende StudentInnen im
Vergleich mit anderen Sozialschichten deutlich unterrepräsentiert
sind. Es ist daher nach wie vor von ungleichen Chancen sowohl im
Zugang zu den Hochschulen als auch in der Wahrscheinlichkeit, diese
erfolgreich zu verlassen, auszugehen." Ebenso formulierte Rudolf
Scholten, der Vorgänger und Parteikollege Caspar Einems in dem
Vorwort zu der Veröffentlichung "Materialien zur sozialen Lage der
Studierenden"(1995) einsichtig: "Ein gebührenfreier Hochschulzugang
sowie ein System direkter und indirekter staatlicher
Förderungsmaßnahmen ermöglichen auch sozial Bedürftigen und
wirtschaftlich nicht genügend Abgesicherten eine universitäre
Ausbildung." Folglich führt die schleichende Demontage bestehender
Studienförderungen durch nicht indexangepaßte Anhebungen zu
Chancenungleichheiten im österreichischen Bildungssystem. Dies wird
von der ÖH an der Universität Wien vehement abgelehnt.
Rückfragehinweis: das Vorsitzendenteam der ÖH (Silvia Stuppäck, Eva
Krivanec, Silvia Pernsteiner) unter +43 1 4277 / 19520 oder / 19521
oder / 19522.
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