Studienförderungen seit 4 Jahren nicht mehr der Inflation angeglichen

Wien (OTS) - Wissenschaftsminister Caspar Einem gab in einem Interview mit der Presse in der zweiten Märzwoche bekannt, daß die Studienbeihilfen in den kommenden zwei Jahren nicht angehoben werden sollen. Dies wird von der ÖH Uni Wien kritisiert, da diese staatliche Förderung für sozial bedürftige Studierende bereits seit Oktober 1994 nicht mehr der Inflation entsprechend angehoben wurde. "Statt einer sozial gerechten Studienförderung sehen wir uns hier mit einer Verschlechterung der Chancengleichheit im Bildungssystem konfrontiert!", so Silvia Pernsteiner, vom Vorsitzendenteam am Hauptausschuß der Universität Wien. Die Aussage Einems steht auch im Kontrast zu Angaben der Autoren Ferdinand Lechner und Walter Leitner in ihrer heuer im Wissenschaftsverlag erschienenen Ausgabe "Die Sozialstruktur der Studierenden", wo sie in der Einleitung schreiben:
"Die bisher durchgeführten empirischen Untersuchungen zeigen ebenso wie Studien aus dem vergleichbaren europäischen Ausland, daß insbesondere aus dem Arbeitermilieu kommende StudentInnen im Vergleich mit anderen Sozialschichten deutlich unterrepräsentiert sind. Es ist daher nach wie vor von ungleichen Chancen sowohl im Zugang zu den Hochschulen als auch in der Wahrscheinlichkeit, diese erfolgreich zu verlassen, auszugehen." Ebenso formulierte Rudolf Scholten, der Vorgänger und Parteikollege Caspar Einems in dem Vorwort zu der Veröffentlichung "Materialien zur sozialen Lage der Studierenden"(1995) einsichtig: "Ein gebührenfreier Hochschulzugang sowie ein System direkter und indirekter staatlicher Förderungsmaßnahmen ermöglichen auch sozial Bedürftigen und wirtschaftlich nicht genügend Abgesicherten eine universitäre Ausbildung." Folglich führt die schleichende Demontage bestehender Studienförderungen durch nicht indexangepaßte Anhebungen zu Chancenungleichheiten im österreichischen Bildungssystem. Dies wird von der ÖH an der Universität Wien vehement abgelehnt.

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das Vorsitzendenteam der ÖH (Silvia Stuppäck, Eva
Krivanec, Silvia Pernsteiner) unter +43 1 4277 / 19520 oder / 19521
oder / 19522.

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