OeNB-Direktinvestitionen von und nach Österreich im Jahr 1997

Wien (OTS) - 1997 lagen die österreichischen Netto-Direkt-investitionen im Ausland gemäß vorläufig revidierter Zahlungsbilanz mit 17,7 Mrd S um knapp 3 Mrd höher als im Jahr davor. Damit hat der 1996 eingesetzte Trend steigender Auslandsbeteiligungen seine Fortsetzung gefunden. Gleichzeitig kehrten die ausländischen Netto-Direktinvestitionen in Österreich mit 21,2 Mrd S zu dem seit Beginn der Neunzigerjahre erkennbaren langfristigen Wachstumspfad zurück.

Bei den Zielregionen der aktiven Direktinvestitionen hat der Anteil der osteuropäischen (Nachbar)länder mit knapp 60% der Nettoinvestitionen wieder den historischen Spitzenwert des Jahres 1994 erreicht. Der im Vorjahr beobachtete Rückgang dieses Anteils entsprach demnach keiner längerfristigen Abkehr österreichischer Investoren von dieser Region. Beachtenswert ist, daß - neben den traditionellen Zielländern Ungarn und Tschechien - 1997 die Beteiligungen in Polen dominierten und erstmals auch nennenswerte Beträge nach Kroatien flossen. Mit einem Anteil von etwas weniger als 30% blieben die Investitionen in der EU in der Größenordnung der letzten Jahre, wobei neben dem traditionell wichtigsten Zielland Deutschland 1997 erstmals auch mehr als 1 Mrd S in italienische Unternehmen investiert wurde. Neben größeren Beteiligungen der Bereiche Sachgütererzeugung (Papier, Erdöl/Chemie, Elektro) und Handel wurde das Auslandsengagement wie in den letzten Jahren von Investitionen der Banken mitgetragen.

Die Halbierung der Nettoinvestitionen auf der Passivseite bedeutet, daß die ausländischen Unternehmensbeteiligungen in Österreich nach den außergewöhnlichen Zuflüssen im Jahr zuvor zu einem langfristigen Trend zurückgekehrt sind. Hinter den überdurchschnittlichen Investitionen des Jahres 1996 standen die bekannten Übernahmen bzw. Beteiligungen in den Bereichen Handel und Banken. Dieser anhaltende Kapitalstrom unter dem Titel von Unternehmensbeteiligungen unterstreicht die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Österreich und leistet einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Abdeckung des Finanzierungsbedarfs der österreichischen Volkswirtschaft.

Die regionale Verteilung der Herkunftsländer bestätigt auch 1997 mit knapp 80% die traditionelle Dominanz der EU Staaten, wobei die Investitionen fast zur Gänze aus Italien, Deutschland und Großbritannien kamen. Knapp 20% der Auslandsinvestitionen stammten schließlich von US-amerikanischen Unternehmen. Die signifikantesten ausländischen Beteiligungen erfolgten 1997 im Bereich Telekommunikation, ein fortgesetztes ausländisches Interesse war auch am inländischen Bankenbereich zu verzeichnen.

Die im Jahr 1997 getätigten grenzüberschreitenden Investitionen finden auch in den Schätzungen über die gesamten Stände (auf Basis von Buchwerten) an aktiven und passiven Direktinvestitionen ihren Niederschlag. Demnach beläuft sich der Gesamtbestand ausländischer Direktinvestitionen in Österreich per Ende 1997 auf ca. 220 Mrd S, der entsprechende österreichische im Ausland auf 155 Mrd S.

Direktinvestitionen Österreichs, Jahresumsätze in Mrd S

1993 1994 1995 1996 hin- her- hin- her- hin- her- hin- her-aus ein aus ein aus ein aus ein (akt.)(pas.) (akt.)(pas.) (akt.)(pas.) (akt.)(pas.)

Brutto-Neuinvest.22,4 12,9 17,7 16,6 17,3 18,7 20,8 43,5 Brutto-Desinvest.-5,3 -1,5 -4,0 -1,6 -6,8 -12,3 -5,9 -2,9 Nettoinvest. ....17,1 11,4 13,7 15,0 10,5 6,4 14,9 40,6

Nettoinvestitionen nach Herkunfts- und Zielländern:

EU 15 ........... 6,5 8,0 5,9 6,7 3,5 3,8 4,7 38,9 Belgien+Luxemburg-1,0 0,1 1,1 0,5 0,3 -0,2 0,1 0,2 Dänemark ........ 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Deutschland ..... 1,5 3,0 4,1 3,6 2,8 -0,2 3,4 34,6 Finnland ........ 0,0 0,0 0,0 1,0 0,0 0,4 0,0 0,1 Frankreich ...... 0,1 1,4 0,3 0,2 1,4 0,1 0,2 0,4 Griechenland .... 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Großbritannien .. 2,1 0,2 0,3 0,7 -0,3 0,5 -0,8 1,5 Irland .......... 1,0 0,0 0,4 0,0 0,0 0,0 1,1 0,0 Italien ......... 0,5 0,3 0,1 0,2 -1,2 0,4 0,7 0,0 Niederlande ..... 0,3 2,9 -0,7 0,4 0,7 2,7 0,2 1,6 Portugal ........ 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1 0,0 0,0 0,0 Schweden ........ 0,0 0,1 0,0 0,1 0,0 0,2 0,0 0,5 Spanien ......... 2,0 0,0 0,3 0,0 -0,4 0,0 -0,4 0,0

restl. Europa 3) 1,7 1,7 0,9 1,2 0,1 2,0 2,4 1,1 davon
Norwegen ........ 0,2 0,0 0,0 0,0 -0,1 0,3 0,0 0,5 Schweiz ......... 0,8 1,6 0,4 1,2 0,3 1,4 0,2 0,1

Osteuropa ....... 6,0 0,4 5,2 0,1 6,2 0,1 4,1 0,2 davon
Kroatien ........ 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,3 0,0 Polen ........... 0,1 0,0 0,1 0,0 0,9 0,0 0,5 0,0 Rußland ......... 0,1 0,0 0,1 0,0 0,0 0,0 0,1 0,0 Slowenien ....... 0,5 0,3 0,3 0,0 0,4 0,0 0,4 0,0 Slowak.Republik . 0,3 0,0 0,6 0,0 0,6 0,0 0,6 0,1 Tschech.Republik 2,2 0,1 1,8 0,0 1,3 0,0 0,6 0,0 Ungarn .......... 2,9 0,0 1,9 0,0 3,0 0,1 1,4 0,1

sonstige Länder . 2,9 1,3 1,7 7,0 0,7 0,4 3,7 0,5 davon
Japan .......... 0,0 0,1 0,0 0,5 0,0 0,1 0,0 0,1 Kanada ......... 0,3 0,0 0,6 0,2 0,1 0,0 0,0 0,1 USA ............ 1,6 0,6 -0,1 1,6 0,5 -0,2 0,7 0,3

Direktinvestitionen Österreichs, Jahresumsätze in Mrd S

1997
hin- her-
aus ein
(akt.)(pas.)

Brutto-Neuinvest.23,6 24,4
Brutto-Desinvest. 5,9 3,2
Nettoinvest. ....17,7 21,2

Nettoinvestitionen nach Herkunfts- und Zielländern:

EU 15 ........... 5,1 16,2
Belgien+Luxemburg 0,8 0,3
Dänemark ........ 0,2 0,0
Deutschland ..... 2,6 4,1
Finnland ........ 0,0 0,0
Frankreich ...... 0,0 0,1
Griechenland .... 0,0 0,0
Großbritannien .. 0,4 2,4
Irland .......... 0,0 0,0
Italien ......... 1,1 8,6
Niederlande .....-0,1 0,3
Portugal ........ 0,0 0,0
Schweden ........ 0,0 0,5
Spanien ......... 0,0 0,0

restl. Europa 3) 1,4 0,7
davon
Norwegen ........-0,1 0,4
Schweiz ......... 0,5 0,2

Osteuropa .......10,3 0,4
davon
Kroatien ........ 1,0 0,0
Polen ........... 3,0 0,0
Rußland ......... 0,7 0,0
Slowenien ....... 0,4 0,0
Slowak.Republik . 0,5 0,0
Tschech.Republik 1,9 0,0
Ungarn .......... 1,8 0,3

sonstige Länder . 1,0 3,8
davon
Japan .......... 0,0 0,1
Kanada ......... 0,1 0,0
USA ............ 0,3 2,6

1) vorläufig revidierte Zahlungsbilanzdaten
1) vorläufig Zahlungsbilanzdaten
3) inkl. Island, Malta, Türkei und Zypern
0 = Wert kleiner als 50 Mio S

Quelle: OeNB revidierte Zahlungsbilanz

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