Papierproduktion 1997 um 4,5 Prozent gewachsen

Export als Hauptkonjunkturmotor - Gesamtumsatz auf über 36 Mrd Schilling gestiegen

PWK - Die Produktion der österreichischen Papierindustrie verzeichnete 1997 einen Zuwachs von 4,5 Prozent und erreichte über 3,8 Mio Tonnen an Papier sowie Faltschachtelkarton und Pappe. "Getragen wurde die gute Mengenkonjunktur in erster Linie vom Export, der im vergangenen Jahr um 6,1 Prozent bzw. 180.000 Tonnen gewachsen ist", berichtete der Präsident der Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie (Austropapier), Robert Launsky-Tieffenthal, am Mittwoch, dem 1. April, bei der Jahrespressekonferenz der Papierindustrie. Die Inlandslieferungen waren mit minus 1 Prozent leicht rückläufig. Wertmäßig bedeutet dies einen Rückgang des Inlandsumsatzes um 9 Prozent, während der Exportumsatz um fast 2 Prozent gestiegen ist. ****

Stabile Rohstoffpreise sorgten vor allem im zweiten Halbjahr für eine verbesserte Erlösentwicklung, so Launsky-Tieffenthal. "Der Gesamtumsatz stieg 1997 gegenüber dem Jahr davor um 0,8 Prozent (280 Mio Schilling) und beträgt nun 36,26 Mrd Schilling. Dies ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, die zur Jahreshälfte noch etwas anders ausgesehen hatte: Einer um 5,6 Prozent gestiegenen Produktion stand ein Umsatzminus von über 230 Mio Schilling gegenüber".

Der Beschäftigtenstand in der Papierindustrie sank 1997 erstmals auf unter 10.000 Mitarbeiter. Er lag im Dezember bei 9.916 und verringerte sich gegenüber dem Dezember 1996 um 216 Beschäftigte bzw. 2,1 Prozent. Diese Entwicklung ist auf Umstrukturierungsprogramme in einigen Papierfabriken zurückzuführen, die für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes unbedingt notwendig waren. "Die Papierindustrie ist sehr um die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bemüht und hat im Vorjahr in Zusammenarbeit mit der Papiermacherschule und dem Arbeitsmarktservice ein Job-Rotation-Programm ins Leben gerufen, das in Österreich erstmals als Pilotprojekt durchgeführt wird", erklärte Michael Gröller, Generaldirektor der Mayr-Melnhof Karton AG.

Launsky-Tieffenthal wies darauf hin, daß sich im Bezug auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit besonders die in Österreich nahezu doppelt so hohen Energiekosten wie etwa in den skandinavischen Ländern, negativ für die energieintensive Papierindustrie auswirken. "Die Kommission der EU hat 1996 eine Richtlinie zur Liberalisierung des Strommarktes erlassen, die bis 1999 umgesetzt werden muß. Vom neuen Elektrizitätswirtschafts- und organisationsgesetz (ElWOG) erwartet sich die österreichische Papierindustrie den Fall des Monopols". Das bedingt einen einfachen freien Zugang zum Netz und zu allen Energielieferanten im In- und Ausland zu österreichweit einheitlichen Bedingungen mit transparenten, wettbewerbsfähigen Durchleitungsgebühren und eine Liberalisierung beim Contracting - dem Bau und Betrieb von Energiezulieferungsanlagen mit Partnern.

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Dr. Gerolf Ottawa

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