Internationaler Vorreiter auf Verkehrssektor im Umweltschutz ÖBB-Bahnhof Graz: Erster nach einem Öko-Audit validierter Eisenbahn-Standort der Welt

Wien (OTS) - Die ÖBB sind die erste Bahn-Gesellschaft der Welt,
die sich einem Öko-Audit unterzogen haben. Damit ist der Hauptbahnhof Graz der erste nach EMAS (Environmental Management and Audit Scheme) validierte Bahn-Standort. Das Projekt wurde am 1. April 1998 in Anwesenheit von Verkehrsminister Caspar Einem und Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic von ÖBB-Generaldirektor Helmut Draxler und ÖBB-Generaldirektor-Stellvertreter Helmut Hainitz der Öffentlichkeit vorgestellt. Die EU-Sterne wurden von Thomas Wiederstein, Referatsleiter im Umweltministerium, im Namen von Umweltminister Martin Bartenstein verliehen.

Projekt EMAS-Validierung in nur sechs Monaten abgeschlossen

"Das Projekt 'Umweltmanagement am Hauptbahnhof Graz' wurde wesentlich vom Umweltministerium unterstützt und konnte in nur sechs Monaten abgeschlossen werden. Die externe Begutachtung wurde vom TÜV-Bayern (Landesorganisation Österreich) durchgeführt. Das Projekt wurde durch die Sektorenerweiterungsverordnung der EMAS-Verordnung im Jahr 1996 ermöglicht. Bis dahin konnten sich nur gewerbliche Unternehmen der freiwilligen Begutachtung für eine Beteiligung an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung unterziehen. Nach der Sektorenerweiterungsverordnung hat das Umweltministerium die ÖBB als Pilotunternehmen im Sektor Verkehr ausgewählt. Auch international gesehen hat das EMAS-Projekt Bahnhof Graz bereits Beispielwirkung. Die Deutsche Bahn plant ein ähnliches System am Bahnhof Würzburg.

Einsparungspotentiale

Auf Grund der steigenden Umweltsensibilität in der Öffentlichkeit und der immer strengeren Umweltgesetzgebung ist es gerade für ein umweltfreundliches Verkehrsmittel wie die Bahn notwendig, die Ziele und Aufgaben des Umweltschutzes so gut wie möglich in die betrieblichen Abläufe zu integrieren. Auch in der Kundenbeziehung wird ein funktionierendes Umweltmanagement zunehmend wichtiger. So hat beispielsweise die Automobil-Industrie diese Kriterien bereits in ihre Lieferantenbewertung eingebaut.

Darüber hinaus können durch ein effizientes Umweltmanagement, das die Bereiche Energie, Abfall und Wasser/Abwasser umfaßt, bedeutende Einsparungspotentiale genutzt werden.

Das gezielte Durchleuchten der In- und Outputstoffe, der technischen Anlagen und der damit verbundenen Umweltauswirkungen mündet im Aufzeigen von Verbesserungsvorschlägen wie einer höheren Effizienz in der Materialwirtschaft und der Reduktion von Entsorgungskosten durch das Vermeiden bzw. Trennen und Wiederverwerten von Abfallstoffen.

Bei dem Projekt Hauptbahnhof Graz konnten insgesamt Einsparungen von rund 3,2 Millionen Schilling pro Jahr definiert werden. So werden am Abfallsektor durch gezielte Mülltrennung, Abfallvermeidung etc. sowie eine geschäftsbereichsübergreifende Entsorgung Einsparungen von mindestens 850.000 Schilling pro Jahr erzielt. Im Wasser/Abwasser-Bereich kommen noch einmal 800.000 Schilling dazu. Die Einsparungen auf dem Energie-Sektor wurden auf der Strecke Bruck-Graz untersucht und haben zu dem Ergebnis geführt, daß Kostenreduktionen von mindestens 1,5 Millionen Schilling im Jahr erreicht werden können.

Weitere Umwelt-Projekte bei den ÖBB

Nach der erfolgreichen Zertifizierung des Pilot-Projektes Bahnhof Graz soll ein derartiges System nun auch am Bahnhof Linz eingeführt werden. Der Hauptbahnhof wird voraussichtlich im Juni 1998 validiert und soll vor allem auf dem Energie-Sektor zahlreiche weitere Erkenntnisse bringen. In den Werkstätten des Geschäftsbereiches Technische Services wird ebenfalls ein Umweltmanagement eingeführt.

Weitere 70 Standorte der ÖBB werden einer 'Umweltprüfung' unterzogen. Dabei werden Daten aus den Bereichen Abfallwirtschaft, Energie, Wasser/Abwasser etc. erhoben und sollen als Grundlage für die Entwicklung eines unternehmensweiten Abfallwirtschaftskonzeptes sowie eines Systems für die gesetzeskonforme Abwicklung der Abfallwirtschaft im Gesamtunternehmen dienen.

Darüber hinaus werden auf Basis dieser Bestandsaufnahme Umweltziele und Maßnahmen eines unternehmensweiten Umweltprogrammes definiert, die dann auf den Standorten umgesetzt werden sollen. Für heuer ist auch der erste Umweltbericht der ÖBB, die in Österreich zu den Unternehmen mit den meisten Standorten zählen, geplant. Der Umweltbericht zeigt Daten und Fakten zur ökologischen Stellung der ÖBB und beschreibt organisatorische Regelungen sowie die Strategien und Konzepte, mit denen die ökologischen Ziele erreicht werden sollen.

Insgesamt wollen sich die ÖBB zukünftig nicht nur noch stärker als ein besonders umweltfreundliches Verkehrsmittel positionieren, sondern durch ein effizientes Umweltmanagement auch bedeutende Kostenreduktionen erzielen.

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