AK: Studienbeihilfe für Berufstätige sichern!

Studienförderungsgesetz muß rasch repariert, Stipendienanspruch über 30jähriger Selbsterhalter abgesichert werden

Wien (OTS) - Einen besseren Zugang zu Stipendien für Studienanfänger bis Mitte 30 fordert die AK. Nach dem geltenden Studienförderungsgesetz verlieren ab Herbst über 30jährige Studienanfänger den Anspruch auf Studienbeihilfe. Das
benachteiligt besonders Berufstätige, die im zweiten Bildungsweg zum Studium kommen, und berufstätige Frauen mit Kindern, die wegen Kinderbetreuung ein Studium erst später aufnehmen. Die AK fordert die Reparatur des Studienförderungsgesetzes.****

Mit Wirkung vom Herbst 1996 wurde das Höchstalter für den Anspruch von Studienanfängern auf Studienbeihilfe zunächst von 40 auf 30 gesenkt, dann aber - unter anderem auf Initiative der AK - für
eine Übergangsfrist bis Sommersemester 1998 wieder auf 35 erhöht. Ab Herbst beträgt das Höchstalter nach dem Studienförderungsgesetz nur noch 30 Jahre. Die AK fordert eine Neuregelung. Sonst könnten sich vor allem Berufstätige ein Studium nicht mehr leisten, die
den Hochschulzugang im zweiten Bildungsweg schafften: Sie sind
laut einer Studie des Wissenschaftsministeriums unter den über 30jährigen an den Unis deutlich stärker vertreten als unter den jüngeren.

Viele über 30jährige Studierende stammen aus Familien von Arbeitern und kleinen Angestellten, belegt selbst die Studie des Wissenschaftsministeriums. Bekommen Studierende dieser
Altersgruppe kein Stipendium, müssen sie neben dem Studium weiterhin arbeiten, verzögert sich ihre Studiendauer im Vergleich zum Durchschnitt um drei Semester.

Die AK drängt auf verbesserte Regelungen für sogenannte Selbsterhalterinnen und Selbsterhalter. Sie haben schon jetzt Anspruch auf Höchststipendium, wenn sie vor Studienbeginn mindestens vier Jahre berufstätig waren - und die Altersgrenze für den Anspruch auf Studienbeihilfe soll für jedes volle Jahr, in dem sich über 30jährige Studienanfänger länger als vier Jahre selbst erhalten haben, um ein Jahr erhöht werden. Für Selbsterhalterinnen und Selbsterhalter, die ein Kind bis zum Ende des zweiten Lebensjahres betreut haben, soll die Altersgrenze um die Hälfte
der jeweiligen Betreuungszeit steigen. Wobei das Höchstalter in allen diesen Fällen 35 betragen soll. Ein entsprechender Antrag liegt dem Wissenschaftsausschuß im Parlament vor. Er soll noch im Frühjahr beschlossen werden, fordert die AK.

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