Resolutionen der ÖH Uni Wien

Wien (OTS) - Die folgenden Resolutionen wurden im Rahmen der Hauptausschußsitzung der ÖH Uni Wien am 30.3.1998 beschlossen:

Resolution zur Bioethik-Konvention

Die parlamentarische Versammlung des Europarates hat am 19. November 1996 die sogenannte 'Bioethik-Konvention' beschlossen. Trotz vieler Einwände gegen den ursprünglichen Entwurf wurde dieser im wesentlichen von der parlamentarischen Versammlung aufgenommen. Der Haupteinwand gegen die Konvention ist, daß durch die in ihr vorgesehenen niederen Schutzstandards menschliches Leben zur Disposition gestellt wird. So wird die Forschung an menschlichen Embryonen nicht grundsätzlich ausgeschlossen, ist der Schutz eingeschränkt urteilsfähiger und nicht gesellschaftsfähiger Personen nicht ausreichend gegeben und sind Daten von menschlichen Gentests vor dem Zugriff durch Dritte (etwa Versicherungen und Arbeitgeber) nur unzureichend geschützt. Ein weiterer Einwand betrifft den Umgang mit der pränatalen Diagnostik: Ein Mißbrauch genetischer Tests aus eugenischen Motiven ist nicht ausgeschlossen. In Österreich wurde diese Konvention noch nicht ratifiziert. Im ganzen Land sind Initiativen entstanden, die eine Diskussion über fatale Konsequenzen der Konvention fordern. In Österreich besteht ein weitreichender Konsens über den Umgang mit menschlichem Leben. Die Bioethik-Konvention widerspricht diesem Konsens. Die HochschülerInnenschaft an der Uni Wien fordert den Nationalrat auf, der Bioethik-Konvention die parlamentarische Genehmigung zu widersagen.

Resolution zur Förderung des Anbaues von Hanf

Der Hauptausschuß der Uni Wien setzt sich beim Bundesministerium für Landwirtschaft sowie beim Bundesministerium für Gesundheit und Soziales nachhaltig dafür ein, den Anbau der Nutzpflanze Hanf in Österreich als Rohstoff- und Medikamentenlieferant zu fördern. Hanf ist die älteste Kulturpflanze der Welt und wäre bei konsequenter Förderung ihres Anbaues in der Lage, bei minimalen Investitionen und ohne den Einsatz von Pestiziden in kürzester Zeit große Mengen an umweltfreundlich gewonnenen Rohstoffen für Textil-, Papier-, Treibstoff- sowie chemische und pharmazeutische Industrie zu liefern. Weiters würde die Etablierung des Hanfanbaues in Österreich einen immensen Wettbewerbsvorteil für die durch den EU-Beitritt stark geschädigten Landwirten mit sich bringen und für Zusatzeinkünfte dieser Berufsgruppe zu sorgen. Weiters könnte sich eine kleinstrukturierte, Forschungs- und arbeitsplatzintensive Verarbeitungsindustrie etablieren. Obwohl die europäische Union den Anbau von THC-freiem Hanf fördert und empfiehlt, ist der Anbau in Österreich genehmigungspflichtig und wird nach umfangreichen Behördenwegen fast immer untersagt. Die älteste Kulturpflanze der Welt darf nicht länger einer Dämonisierungskampagne zum Opfer fallen !

Resolution zum Verbot von Faustfeuerwaffen für Privatpersonen

Der Hauptausschuß der ÖH Uni Wien unterstützt die Förderung des Vereins 'Die Waffen weg!' nach einem umfassenden Verbot von Schußwaffen in Österreich. Der Hauptausschuß bringt seine Unterstützung den Klubobleuten der Parlamentsparteien zur Kenntnis und fordert die Regierung auf, endlich in dieser Angelegenheit zu handeln und private Schußwaffen in Österreich zu verbieten.

Resolution zur Novellierung des Scheidungsrechts

Der Hauptausschuß der ÖH Uni Wien spricht sich beim Gesetzgeber, insbesondere bei der ÖVP vehement für eine Novellierung des Scheidungsrechts ein, das in der bestehenden Form frauenfeindlich und patriarchal ist. Der Hauptausschuß fordert die Gewährleistung der sozialen Absicherung des/der finanziell schlechter gestellten PartnerIn, unabhängig von einer Verschuldensfrage. Dies würde vor allem die Position der geschiedenen Frauen stärken, für die in den meisten Fällen eine Scheidung mit dem Verlust der Existenz gleichkommt.

Für Rückfragen: das Vorsitzendenteam der ÖH (Silvia Stuppäck, Eva Krivanec, Silvia Pernsteiner) unter +43 1 4277 / 19520 oder / 4277 19521 oder / 4277 19522

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