Fischler: "Agarreform vertiefen!"

Brüssel (OTS) - EU-Agrarkommissar Franz Fischler stellte heute Dienstag im Agrar-Sonderrat in Brüssel den 15 Agrarministern seine Reformvorschläge zur Agenda 2000 vor. Er sprach sich dafür aus, die Reformen von 1992 fortzusetzen und diese weiterzuentwickeln. Fischler ging in seiner Rede vor allem auf die Änderungen betreffend Olivenöl, Getreide, Rindfleisch und Milch ein. "Diese sollen vor allem eine bessere Marktorientierung und stärkere Vereinfachung gewährleisten und mehr Spielraum für unternehmerische Entscheidungen bieten", so Fischler.

"Die Reformen sehen unter anderem weniger Eingriffe in die Anbauplanung für Ackerkulturen durch einheitliche Flächenprämien, die Stärkung der aktiven Milcherzeuger und mehr Spielraum für die Betriebe vor: Wir müssendie Unternehmerfunktion der Landwirte stärken. Die Landwirtschaft muss neue Aufgaben übernehmen, zum Beispiel im Bereich des Umweltschutzes", so Fischlerweiter.

Als "zweiten Pfeiler der künftigen Agrarpolitik" bezeichnete der EU-Agrarkommissar die ländliche Entwicklung. Diese dürfe sich in Zukunft nicht mehr auf wenige Problemregionen beschränken. Es soll "ein ländliches Entwicklungsprogramm für jedes ländliche Gebiet" geben, des weiteren werden auch in diesem Bereich Vereinfachungen vorgenommen: "Bisher neun Verordnungen werden in eine einzige zusammengefasst".

Fischler ging in seiner Rede vor den 15 Agrarministern auch auf die Finanzierung ein: "Unter der Agrarleitlinie stehen ausreichend Mittel zur Verfügung, um die vorgeschlagenen Reformen zu finanzieren." Es würden sich sogar zusätzliche Mittel ergeben: "Die Sicherheitsmarge beträgt - wenn man die für den Fall einer Erweiterung geplanten Ausgaben hinzurechnet - im Jahr 2006 beispielsweise knapp 10 Mrd. ECU", so Fischler.

Abschliessend richtete Fischler folgende Fragen an die 15 Agarminister:

· "Wie wollen Sie die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft steigern, damit es ihr gelingt, sich auf dem Binnenmarkt und auf den internationalen Märkten zu behaupten, ohne die Vereinbarungen des GATT-Marakesch-Abkommens in Frage zu stellen?

· Sehen Sie Alternativen oder stimmen Sie zu, daß wir eine Landwirtschaft mit gesunden und umweltgerechten Produktionsverfahren fördern müssen, deren Qualitätsprodukte die Erwartungen der Verbraucher erfüllen?

· Welche andere Politik schlagen Sie vor, damit unsere vielgestaltige und traditionsreiche Landwirtschaft auch in Zukunft dazu beiträgt, die Schönheit unserer Landschaften zu erhalten und unsere ländlichen Gemeinschaften zu entwickeln?

· Welche weiteren Möglichkeiten sehen Sie, unsere Agrarpolitik zu vereinfachen, ohne auf eine klare Aufgabenteilung zwischen gemeinschaftlicher Verantwortung und nationaler Kompetenz zu verzichten?

· Wenn Sie für die Beibehaltung der Agrarleitlinie eintreten, für welche Ausgaben ist diese künftig zu rechtfertigen?"

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