Österreichs Lateinamerika-Exporte 1997 auf neuem Rekordhoch

Lieferungen um 36 Prozent auf fast 10 Mrd Schilling gestiegen - Gute Geschäftschancen vor allem in der Automobilindustrie

PWK - Unter allen Regionen verzeichneten die österreichischen Ausfuhren nach Lateinamerika 1997 die größten Zuwächse. Die Exporte konnten in diesem Zeitraum um 36,4 Prozent auf 9,5 Mrd Schilling gesteigert werden. "Einerseits ist dieser Erfolg auf die positive Wirtschaftsentwicklung der Länder Lateinamerikas zurückzuführen, andererseits nahmen die österreichischen Firmen auch vermehrt die zahlreichen Chancen in dieser aufstrebenden Region wahr", berichtet der Lateinamerika-Experte der Wirtschaftskammer Österreich, Walter Höfle. ****

Lateinamerikas Wirtschaft wuchs 1997 um beachtliche 5,2 Prozent, die durchschnittliche Inflationsrate lag erstmals unter 10 Prozent. Auch die ausländischen Direktinvestitionen erreichten mit 50 Mrd US-Dollar einen neuen Rekordwert. Die Importe aus Lateinamerika nach Österreich - vor allem Gemüse und Früchte, Kaffee sowie chemische Erzeugnisse - stiegen 1997 ebenfalls an, wenngleich auch nicht ganz so kräftig wie die österreichischen Exporte. Mit einem Zuwachs von 23 Prozent wurden Waren im Wert von 5,9 Mrd Schilling eingeführt. Die positive Handelsbilanz Österreichs mit dieser Region wurde somit weiter abgesichert.

Wichtigster Markt unter den mittel- und südamerikanischen Ländern ist für Österreich nach wie vor Brasilien, wohin 1997 Waren um 4 Mrd Schilling exportiert wurden (+33 Prozent). "Nun ist jener Punkt erreicht, wo sich unsere exportierenden Firmen neben dem reinen Liefergeschäft auch auf Joint Ventures konzentrieren sollten, um ihre Erfolge langfristig absichern zu können", rät Höfle. Ausgezeichnete Zulieferchancen gibt es in verstärktem Maße in der Automobilindustrie. Zum Zug kommen vor allem jene österreichischen Firmen, die sich vor Ort etablieren. Um speziell auf diese Geschäftsmöglichkeiten aufmerksam zu machen, veranstaltet die Wirtschaftskammer Österreich am 6. Mai 1998 eine Informationsveranstaltung zum Thema "Automobilindustrie im Mercosur", wo unter anderem der Generaldirektor von VW Brasilien, Herbert Demel, persönlich berichten wird.

Die Milliardengrenze überschritten haben 1997 erstmals die österreichischen Exporte nach Mexiko (+47 Prozent) und Argentinien (+52 Prozent) mit je 1,4 Mrd Schilling. Im Falle Argentiniens waren vor allem steigende Maschinen- und Fahrzeuglieferungen für den großen Exporterfolg ausschlaggebend. Mexiko bietet sich aufgrund der günstigen Kostenstruktur nach wie vor als idealer Produktionsstandort für Lieferungen in den NAFTA-Raum USA und Kanada an, so Höfle. Fast verdoppelt haben sich auch die österreichischen Ausfuhren nach Venezuela, die 1997 rund 800 Mio Schilling betrugen. Traditionsgemäß waren dies hauptsächlich Zulieferungen für die Erdölfirmen, wobei ein Aufwärtstrend auch unter den Konsumgütern zu bemerken war.

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Wirtschaftskammer Österreich
Lateinamerika-Referat
Tel. 50105 DW 4205Dr. Walter Höfle

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