NÖ hat keine organisierte Satanismus-Szene:

Einzelfälle gibt es nur in Mödling

St.Pölten (NLK) - "Niederösterreich hat keine organisierte Satanismus-Szene", erklärte heute der Sektenbeauftragte des
Landes, Peter Pitzinger. Nur in Mödling gebe es immer wieder Einzelfälle, das seien aber hauptsächlich pubertäre Erscheinungsformen. Die Gründe für die Hinwendung zu Satan seien vor allem der Wille zu Macht und Stärke, oft verbunden mit einem Minderwertigkeitsgefühl, Protest gegen das Etablierte, das
gewollte Schockieren von Lehrern und Eltern und das Suchen nach einem intensiven Gruppengefühl. Pitzinger: "Das Motto ,Tue was du willst, das soll das Gesetz sein’ wird zu einem grenzenlosen Individualismus gesteigert." Ausschlaggebend für das Symptom "Satanismus" sei meist der Wunsch nach einer radikalen Abgrenzung zum Elternhaus in der Pubertät. Jugendliche, die dem Satanismus zugetan sind, erkennt man äußerlich daran, daß sie extreme Musik wie Black Metall hören und schwarze T-Shirs mit Pentagrammen oder auf den Kopf gestellte Kreuze tragen. Eigene Versandhäuser versorgen die Jugendlichen mit diesen Artikeln. Mutproben der Jugendlichen spielen sich vor allem am Friedhof ab. Laut Pitzinger lösen sich die meisten Jugendlichen früher oder später wieder vom Satanismus. "Es ist also zumeist nur in der Pubertät eine Rebellion, weil die Gesellschaft heute mit orangen Haaren nicht
mehr zu schockieren ist." Wenn der Jugendliche nicht mehr vom Satanismus abkomme, so liege eine echte Psychose vor. Ansonsten
kann Pitzinger Eltern oder Lehrern nur einen Tip geben: "Wenn der Jugendliche bereit ist, kann eine Familientherapie absolviert werden. Wenn nicht, kann man nur warten, ob diese Phase wieder vorbeigeht."

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