Fensterstürze von Kindern: Wenige, aber schwere Unfälle - Institut "Sicher Leben" des KfV fordert serienmäßige Kindersicherungen für Wohnungs- und Hausfenster

Wien (OTS) - Am Sonntag mußte ein vierjähriges Mädchen aus Ardning (Bezirk Liezen) mit dem Rettungshubschrauber in das LKH Graz eingeliefert werden, weil es bei einem Fenstersturz schwere Kopfverletzungen erlitten hatte. Das Kind war vermutlich über den Spülkasten einer Toilette auf ein Fensterbrett im 1. Stock geklettert und von dort abgestürzt. Fensterstürze zählen zwar nicht zu den häufigsten, wohl aber zu den schwersten Kinderunfällen: Die meisten dieser Unglücksfälle verursachen schwere Wirbelsäulen- und Schädelverletzungen, die oft der Grund bleibender Schäden sind. Jedes Jahr sind etwa 3 Todesopfer zu beklagen.

Utl.: Unterschätzte Fähigkeiten

Kinder im 2. Lebensjahr sind besonders gefährdet, da gerade in diesem Alter Schnelligkeit und Geschicklichkeit der Sprößlinge von Eltern stark unterschätzt werden. Zu den meisten Stürzen kommt es, wenn die Kleinen in einem unbeaufsichtigten Moment über Sessel oder Tische auf Fensterbänke, Vordächer oder Balkonbrüstungen steigen oder Balkongeländer überklettern. Sie stürzen dann meist aus großer Höhe auf Gehsteige, Dächer von Nebengebäuden oder in Innenhöfe.

Fenster als besondere Verlockung Mit dem 2. Lebensjahr beginnt die Phase des ,Selber-machen-wollens". Die Aufsicht oder gar die Hilfe der Erziehungsberechtigten wird als störend empfunden. Da sich in diesem Alter auch der Entdeckungsdrang durchsetzt, wollen Kleinkinder vor allem aber ihre Umgebung ohne fremde Hilfe untersuchen. Blumen am Fensterbrett oder Geräusche von der Straße lassen Fenster oder Balkontüren zu Pforten einer interessanten Welt werden.

"Sicher-Leben"- Forderung: Kindersicherung Standard für Hausfenster

"Eltern können ihre Kinder weder ständig beaufsichtigen, noch wegsperren. Das müßten aber auch Gesetzgeber, Bauträger, Bauherrn oder Hersteller von Fenstern wissen. Eine Kindersicherung kostet nicht mehr als zwei Päckchen Zigaretten, schützt dabei das Leben der Kinder und erleichtert das der Eltern. Es ist mir daher unverständlich, warum Fenstersperren noch nicht Standard für Hausfenster sind", sagt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben".

"Sicher Leben"-Sicherheitstips: Kindersicherung nachträglich einbauen

Gute Kindersicherungen sind bereits im Fenstergriff integriert und mit einem Schlüssel zu öffnen. Sie verhindern, daß Fenster weiter als 10 cm geöffnet werden können. Aber auch der nachträgliche Einbau von Kindersicherungen ist kein Problem: Bei der Montage wird eine Schiene am Fensterrahmen angebracht, in die am Fensterflügel montierte Haken oder Ketten einrasten. Durch einen Mechanismus, der nicht von Kinderhand betätigt werden kann, kann die Sicherung entriegelt werden. Kindern keine Aufstiegshilfe geben Leicht bewegbare Gegenstände wie Tische oder Sessel aus dem Fensterbereich oder von Balkonen verbannen. Balkongitter so anordnen, daß die Sprößlinge nicht an ihnen hochklettern können, z.B. keine Querlatten. Gefährliche Geländer mit Holz oder dickem Markisenstoff verkleiden.

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Thomas Lettner
Institut Sicher Leben,
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Kuratorium für Verkerhssicherheit, Mag.

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