"Wehr-Wölfe" am Golan

Hunde als Zielscheiben für Uno-Soldaten

Wien (OTS) - Bereits im Januar des Vorjahres wurde publik, daß Mitgleider des österreichischen UNO-Kontingents auf den Golan-Höhen der Pumpgun Jagd auf Streunerhunde machen. Nun bestätigt eine Studie der LavAK (Landesverteidigungsakademie) dieses sinnlose Töten. Das Tierhilfswerk Austria (THWA) fordert umgehende Maßnahmen zum Stopp des Streunergemetzels.

Am 31. Januar 1997 berichtet eine große inländische Tageszeitung, daß österreichische UNO-Soldaten am Golan etwa ein Dutzend Pumpguns ausgehändigt bekamen. Ein Heeressprecher teilte damals mit, die Waffen dienen zum Töten oft tollwütiger oder räudiger Hunde und Katzen. Nun - mehr als ein Jahr später - zitiert das Magazin "Wiener" in seiner April-Ausgabe eine Studie von Dr. Harald Haas und Oberstleutnant Franz Kernic, die von beiden im Auftrag der Landesverteidigungsakademie verfaßt worden war.

Streuner, die durch Sicherheitszäune schlüpfen, wurden nach Dr. Haas "mit gezielten Schüssen zerlegt, bis sie winselnd am Boden lagen, und dann durfte einer den Gnadenschuß geben." Neben diesen "Sportschützen" soll es auch professionelle Hundejäger geben, die aus Angst vor Tollwut "immer, wenn es raschelt" darauf losschießen.

Mag. Alexander Willer, Hundereferent des THWA: "Das Verteidigungsministerium sah dem Hundemord am Golan bisher teilnahmslos zu. Ohne allerdings in Betracht zu ziehen, daß disziplinlose und schießwütige Soldaten, die sich eher wie ein Rudel wild gewordener "Wehr-Wölfe", denn als Friedensstifter gebärden, dem internationalen Ansehen unseres Landes sehr abträglich sind. Statt am Golan Ordnung zu schaffen und das Gemetzel einzustellen, wurden die Verfasser der Studie Repressionen ausgesetzt. Das Tierhilfswerk Austria fordert Minister Fasslabend eindringlich zum Handeln auf."

Christian Janatsch, Präsident des THWA: "Hunde als Zielscheiben einer gelangweilten Soldateska. Das Bundesheer sollte dem möglichst schnell ein Ende bereiten, um seine schiefe Optik nicht noch zu verstärken. Schließlich war es ja schon in die Schlagzeilen geraten, als der Präsident des Österreichischen Kynologenverbandes (ÖKV) eine für die Zuchgt wertvolle Rottweiler-Hündin als Geschenk erhielt; ein Zigtausende Schilling teures Geschenk aus Steuermitteln."

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Mag. Alexander Willer, Tierhilfswerk Austria,
Tel.: 02243/229 64, Fax: 02243/229 66

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