WWF fordert konkrete Massnahmen

12,5 Milliarden Ecu sind für Umweltprogramme in der Landwirtschaft nötig

Wien (OTS) - Jetzt sind die Landwirtschaftsminister am Zug: Die
im Rahmen der Agenda 2000 präsentierten Reformen werden im morgigen Agrarministerrat erstmals diskutiert. Der WWF Österreich (World Wide Fund For Nature) fordert konkrete Maßnahmen, um die Defizite der Gemeinsamen Agrarpolitik im Umweltbereich zu korrigieren.

"Landwirtschaftsminister Molterer wird ab Juni den Vorsitz im europäischen Agrarministerrat übernehmen. Wir erwarten daher jetzt ein klares Bekenntnis zu mehr Umwelt- und Naturschutz in der Landwirtschaft", erklärt Simone Lughofer, Agrarexpertin des WWF Österreich. Der WWF stellt drei Forderungen für die Ökologisierung der europäischen Landwirtschaftspolitik:

Ländliche Entwicklung statt Preisausgleichszahlungen

Preisausgleichszahlungen, die aufgrund der bevorstehenden Absenkung der gestützten Preise für landwirtschaftliche Produkte ausbezahlt werden sollen, müssen an Umweltauflagen gebunden werden. Nach dem derzeitigen Entwurf der Europäischen Kommission sind Umweltauflagen nicht zwingend vorgesehen. Weiters fordert der WWF einen schrittweisen Abbau der Preisausgleichszahlungen, um mit den freigewordenen Mitteln den Finanzrahmen der neu geschaffenen Politik für den ländlichen Raum auf 75% des Agrarbudgets zu erweitern.

Mindestbudget für landwirtschaftliche Umweltprogramme

Umweltprogramme in der Landwirtschaft müssen mit einem Mindestbudget ausgestattet werden, um ihre tatsächliche Umsetzung zu garantieren. Der WWF fordert einen Anstieg von derzeit 2,62 Milliarden ECU für Umweltprogramme auf 12,5 Milliarden ECU, was 25% des Agrarbudgets entspricht. "Der derzeit vorgesehene Anstieg des Umweltprogrammbudgets auf 3,2 Milliarden Ecu bis zum Jahr 2006 ist nur ein Tropfen auf den heißFen Stein", warnt Simone Lughofer, WWF.

Abschaffung der Maisprämie

Der WWF protestiert nachdrüCcklich gegen die Fortführung der Maisprämie. Silomais dient vor allem in der intensiven Viehhaltung als Futtermittel und hat in vielen Gebieten Österreichs zu einer extremen Grundwasserbelastung und Erosion geführt. "Mit der Maisprämie werden gerade jene Betriebe mit Steuergeldern gefördert, die umweltbelastend produzieren", kritisiert die Agrarexpertin des WWF.

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