AK Tip: Negativsteuer bringt bares Geld

Arbeitnehmer können bis zu 3.500 Schilling vom Finanzamt zurückerhalten

Wien (OTS) - Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die so wenig verdienen, daß sie keine Steuern zahlen und daher den Arbeitnehmerabsetzbetrag von 1.500 Schilling pro Jahr nicht ausnützen können, können trotzdem im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung zehn Prozent der bezahlten Sozialversicherungsbeiträge (maxial 1.500 Schilling) vom Finanzamt zurückfordern. Eine solche "Negativsteuer" gibt es auch für den Alleinverdiener/Alleinerzieherabsetzbetrag. Hier können bis zu 2.000 Schilling in bar als Negativsteuer zurückverlangt werden.
Die AK rät, jetzt den entsprechenden Antrag beim Finanzamt zu stellen.

Normalerweise gilt: Wer keine Steuern zahlt, kann vom Finanzamt
auch nichts zurückbekommen Die Steuerexperten der AK Wien weisen aber auf zwei wichtige Ausnahmen von dieser Regel hin:

1. Die Negativsteuer für den Arbeitnehmerabsetzbetrag

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten normalerweise den sogenannten Arbeitnehmerabsetzbetrag in Höhe von 1.500 Schilling pro Jahr, der automatisch bei der Lohnverrechnung berücksichtigt wird. Zahlen Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer aufgrund
niedrigen Einkommens gar keine oder so wenig Lohnsteuer, daß sich dieser Absetzbetrag nicht auswirkt, können zehn Prozent der bezahlten Sozialversicherungsbeiträge (maximal bis zur Höhe des Arbeitnehmerabsetzbetrages, also bis zu 1.500 Schilling) direkt in bar als Negativsteuer vom Finanzamt zurückverklangt werden. Das gilt auch für Lehrlinge. Pensionisten und Selbständige haben diese Möglichkeit nicht.

2. Negativsteuer für den Alleinverdiener/ Alleinerzieherabsetzbetrag:

Alleinverdienern/ Erziehern steht ein Absetzbetrag in Höhe von 5.000 Schilling pro Jahr zu. Wirkt sich dieser Absetzbetrag
aufgrund des jährlichen (niedrigen) Einkommens nicht aus, wird
eine Negativsteuer in Höhe von bis zu 2.000 Schilling direkt als Negativsteuer vom Finanzamt ausbezahlt. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß zumindest ein Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird, im gemeinsamen Haushalt lebt. Diese Negativsteuer
gibt es auch für Pensionisten, Selbständige und Lehrlinge, sowie für Alleinerzieherinnen, die zB nur von Karenzgeld oder Alimenten leben.

Beide Negativsteuern können von Arbeitnehmern im Wege der Arbeitnehmerveranlagung mit dem Formular L 1 im nachhinein geltend gemacht werden. Kommen beide Negativsteuern zum Tragen, werden
also insgesamt 3.500 Schilling ausbezahlt. Die tatsächliche Höhe der zu erwartenden Negativsteuer hängt vom Jahreseinkommen und den bezahlten Sozialversicherungsbeiträgen ab.

Die Steuerexpertinnen und -experten der AK Wien beraten Sie gerne. Tel. 501 65 207, Mo-Fr 8 bis 16 Uhr.

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