SJ-Chef Pichler: "In den Ländern des Südens wird der Anbau von Drogen ausgeweitet"

"Globalisierung und immer härter werdender Wettbewerb verschärft das Drogenproblem"

Wien (OTS) - Der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend
Österreich, Robert Pichler, nahm heute Freitag zu den entwicklungspolitischen Ursachen des Drogenproblems Stellung.

"Der Umsatz des Drogenhandels wird auf 300 bis 500 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt, wobei 90% der Umsätze problemlos ihren Weg in den Wirtschaftskreislauf der Industrieländer findet. Ein Grund für die Angebotsexplosion ist in der Vergrößerung des Ungleichgewichts zwischen Nord und Süd zu sehen. Es steht fest, daß viele Länder der sog. 3. Welt ihre Schulden oft mit Drogengeldern bezahlen. Den Bauern bleibt angesichts ihrer tristen wirtschaftlichen Lage nichts anderes übrig, als Koka oder Cannabis anzubauen", meinte der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Robert Pichler.

"Landwirtschaftsexperten in der Elfenbeinküste haben beobachtet, daß der Anbau von 0,1 Hektar Cannabis den Bauern denselben Betrag einbringt, wie die Ernte von 16 Tonnen Kakao, der auf 30 Hektar angebaut werden muß. In einem Land wie Kolumbien, wo das durchschnittliche Jahreseinkommen 640 Dollar beträgt und 95% der ländlichen Bevölkerung in Armut lebt, bedeutet der Kokaanbau eine gute Überlebensgarantie. Die Bauern, die ihre Kokaanpflanzungen durch alternative Landwirtschaftsprodukte ersetzt haben, sind damit gescheitert", so der SJ-Chef.

"In den drogenpolitischen Diskussionen finden solche entwicklungs-und finanzpolitischen Zusammenhänge viel zu wenig Beachtung. Alle reden von den bösen Drogen und vergessen dabei, daß Drogensucht durch unser Wirtschaftssystem mitverursacht wird. Nur eine Aufgabe der derzeitigen wirtschaftlichen Orientierung, kann zu einer Entschärfung des Drogenproblems führen", schloß Pichler.

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