Wildflußsystem Lech: Nationalpark und Kraftwerk sind unvereinbar

Innsbruck (OTS) - "Ein Blick in die österreichische Nationalparkgeschichte zeigt ganz klar, daß die Einrichtung eines solchen Schutzgebietes mit Kraftwerken ganz sicher nicht vereinbar ist", kritisiert der WWF die heute bekannt gewordene Aussage von LGSt. Ferdinand Eberle, wonach - nach seiner Meinung - zumindest aus fachlicher Seite her beides vereinbar sei. Gerade am Lech, wo laut Planung der Nationalpark im wesentlichen nur aus dem Wildflußsystem besteht, liege die Unvereinbarkeit ganz offensichtlich auf der Hand.

Mag. Christoph Walder, Leiter der WWF Landesorganisation Tirol:
"Um zu erkennen, daß in einem Wildflußnationalpark Kraftwerke am wichtigsten Schotter- und Wasserlieferanten keinen Platz haben, braucht man nicht besonders viel Fachwissen". Schließlich seien Kraftwerke immer schwere Eingriffe in den Wasserhaushalt, ihre Auswirkungen reichen daher über den Standort hinaus. Daß die Streimbachkraftwerke auch den Wasserhaushalt des Lech verändern steht außer Frage. Was allerdings genau passieren würde, konnte bisher in den Verfahren nicht beantwortet werrden. Der WWF läßt nun die aktuellsten Daten und Angaben der EW Reutte von Experten daraufhin überprüfen.

Auch die Abteilung Umweltschutz bestätigt in ihren Unterlagen die Unvereinbarkeit von Nationalpark und Kraftwerken: In ihrem Zonierungskonzept ist jene Strecke des Rotlech, eines flußabgelegenen weiteren Seitenbach des Lech, die im Wirkungsbereich von Kraftwerken liegt, aus dem Nationalpark ausgespart. Der Streimbach hingegen ist auf seiner gesamten Länge als Bewahrungszone vorgesehen, der ökologisch besonders wertvolle Mündungsbereich sogar als Kernzone.

Walder: "Die von der Landesregierung geplante Informationskampagnen über den Nationalpark ist ein wichtiger und großer Schritt in die richtige Richtung. Es darf aber nicht von vornherein politisch ein fauler Kompromiß vorgegeben werden".

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Mag. Christoph Walder
DI Andreas Baumüller
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