Caritas entgegnet Partik-Pable zur aggressiver Kritik an Schubhaftbetreuung

Wien, 26.3.1998 (car-pd)
"Die aggressive Politik gegen die Schubhaftbetreuung von Caritas und Volkshilfe ist mir unverständlich", reagiert Günter Fleischmann, Leiter der Ausländerhilfe der Caritas Wien, auf eine Presseaussendung von Hele Partik-Pable, der Freiheitlichen Sicherheitssprecherin. "Ich halte es für extrem kurzsichtig, einerseits die hohe Zahl der hungersteikenden Schubhäftlinge zu beklagen und andererseits verhindern zu wollen, daß etwas gegen die hohe Zahl der Hungerstreiks unternommen wird. Denn es ist bekannt, daß Schubhaftbetreuung die Zahl der Hungerstreikenden reduziert.
Doch nicht nur mit diesen Fakten wurde von Frau Partik-Pable leichtfertig umgegangen. Ihre Aussendung enthält viele weitere Unrichtigkeiten. Als Beispiel: Es macht doch einen gewissen Unterschied, ob es in Wien wie von Frau Partik-Pable angegeben 200 Schubhäftlinge, oder wie der Realität entsprechend 400 Schubhäftlinge gibt. In diesem Zusammenhang geht es mir noch um zwei weitere Fakten.

1) Die Caritas verhindert durch ihren humanitären Einsatz, daß hunderte Flüchtlinge auf der Straße leben müssen und leistet damit einen Beitrag zur Stabilität.

2) Schubhaft ist eine unmenschliche und ineffiziente Art, mit Flüchtlingen umzugehen. Österreich würde nicht nur menschlicher, sondern auch wirtschaftlich sinnvoller handeln, wenn es bestehende Möglichkeiten nützen würde, Schubhaft zu vermeiden. Das ist Praxis in einigen Bundesländern, wo Organisationen wie die Caritas in Zusammenarbeit mit Ländern und Gemeinden Flüchtlinge betreut und es daher kaum Probleme mit Hungerstreik gibt. Für die Caritas ist es in diesem Zusammenhang wichtig, festzuhalten, daß Hungerstreik die Antwort auf eine unmenschliche Situation und Ausdruck der Verzweiflung ist."

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Günter Fleischmann 01/878 12 134
Dr. Elisabeth Hotter 01/87812 139
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