Westermayer zu GKK-Zahnambulatorien: Verstaatlichte Leistungen nicht billiger (Teil 2)

Zahnambulatorien kalkulieren unrealistisch

Der BUFAZ-Vorsitzende kritisiert im weiteren die "völlig unrealistischen, jeder ernsthaften kalkulatorischen Grundlage entbehrenden Wunschpreise der Kassenambulatorien für Zahnkronen". Die Kalkulationen der Zahnärzte für den Richttarif hingegen seien durch die Wiener Wirtschaftsuniversität durchgeführt worden. Auch die Krankenfürsorge-Anstalt der Gemeinde Wien (KFA) verlange für eine Verkronung öS 7.500,--. "Die Vorstellungen der Kassengranden gleichen frappant den Wünschen, die der kleine Maxl an das Christkind hat", so der Zahnärzteboß.

"Ich appelliere an die Vernunft des Gesetzgebers. Setzt sich der Trend zur Verstaatlichung des österreichischen Gesundheitswesens weiterfort, befürchte ich zusätzliche Belastungen für die Österreicher, die ja schon durch erhöhte Selbstbehalte, höhere Krankenversicherungsbeiträge der Pensionisten und die Krankenscheingebühr zur Ader gelassen wurden", meint Westermayer.

Von den Kassen verlangt der BUFAZ-Vorsitzende eine lückenlose Offenlegung der Bilanzen und der Kalkulationen der Ambulatorien.

Staatseigene Einrichtungen, damit auch die Zahnambulatorien der Krankenkassen, haben den gesetzlichen Auftrag, nur dort einzugreifen, wo Private, im konkreten Fall niedergelassene Zahnärzte, kein ausreichendes Angebot bereitstellen können. Die gesetzliche Begrenzung des Versorgungsauftrages der kasseneigenen Zahnambulatorien sei eineschlüssige, über Jahrzehnte leidvoll erlernte Maßnahme kluger Selbstbeschränkung staatseigener Einrichtungen und kein Behandlungsverbot, heißt es in einer ersten Stellungnahme des Vorsitzenden der Bundesfachgruppe für Zahn-, Mund-und Kieferheilkunde, DDr. Hannes Westermayer weiter.

Die Sprecher der WGKK, Obmann Josef Bittner, und Generaldirektor Heinrich Brenner, gehen, so Westermayer, völlig zu Unrecht davon aus, daß der gesetzliche Versorgungsauftrag der Zahnambulatorien einem Behandlungsverbot gleichzusetzen sei.

"Es ist geradezu ein Hohn, die Ausweitungsbestrebungen der Krankenkassen als Element der Marktwirtschaft und Vehikel zur allgemeinen Preissenkung zu bezeichnen," spielte Westermayer auf die Äußerung Bittners an, man wolle bloß Preisdruck auf die niedergelassenen Zahnärzte ausüben und den eigenen Bedarf (Zahl der Zahnstühle) nicht erweitern. Und dem gleichfalls in der Pressekonferenz der WGKK erwähnten Zahntourismus nach Ungarn sei mit solchen Maßnahmen in keiner Weise beizukommen. Dieses Problem sei nur durch Schaffung eines Unterstützungsfonds zu lösen, erklärte der BUFAZ-Chef abschließend. (Schluß)

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