Vorausmeldung zu News Nr. 13/98 vom 26.3.98

Hannes Androsch übt heftige Kritik an Vorgängen um den Steyr-Verkauf: "So etwas Mangelhaftes ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht untergekommen" - "Das, was wir an Daten vorgefunden haben, war einfach unbefriedigend, reichte nicht aus, um ein definitives Angebot abzugeben. Die Frist von 14 Tagen war provokant kurz, die Unterlagen für eine konkrete Anbotsstellung unbrauchbar" - Mit dem Ergebnis letztlich zufrieden: "Es wurde dadurch bewiesen, wie unangemessen die ursprünglich ins Auge gefaßte Lösung gewesen wäre. Immerhin hat sich binnen 14 Tagen der Kaufpreis um 15 Prozent erhöht, statt wertgebundener Aktien gibt es jetzt sicheres Cash für die CA" -"Ich fühle mich überhaupt nicht als Verlierer, eigentlich müßte ich ein Störhonorar bekommen, einen Anteil an Zusatzverdiensten des Eigentümers"

Wien (OTS) - In einem Interview für die morgen, Donnerstag, erscheinende Ausgabe von News äußert sich der Industrielle Hannes Androsch äußerst kritisch zu den Vorgängen rund um den gestern erfolgten Verkauf der Steyr Daimler Puch AG an den Magna-Konzern. Zwar sei das letztendliche Ergebnis befriedigend ("Es wurde dadurch bewiesen, wie unangemessen die ursprünglich ins Auge gefaßte Lösung gewesen wäre. Immerhin hat sich binnen 14 Tagen der Kaufpreis um 15 Prozent erhöht, statt wertgebundener Aktien gibt es jetzt sicheres Cash für die CA"), die Vorgänge zuvor seien aber beschämend gewesen:
"So etwas Mangelhaftes ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht untergekommen." Das, was wir an Daten vorgefunden haben, war einfach unbefriedigend, reichte nicht aus, um ein definitives Angebot abzugeben. Die Frist von 14 Tagen war provokant kurz, die Unterlagen für eine konkrete Anbotsstellung unbrauchbar"

Androsch weiter: "Am 9. Jänner wurde der Eindruck erweckt, daß bereits alles erledigt sei und Dr. Streicher nicht mehr Generaldirektor von Streicher wäre. In den nächsten Wochen wurden Details bekannt, wonach davon keine Rede mehr sein konnte. Das allein zeigt schon, daß nicht alles optimal gelaufen ist. Zudem ist es verwunderlich, wenn der Verkäufer befürchtet, daß er bessere Angebote bekommen könnte. Das wäre er eigentlich auch seinen Aktionären schuldig. Jetzt habe ich dazu beigetragen,daß er diese seine Schuld erfüllen kann."

Sarkastisches Resumee des Industriellen: "Ich fühle mich überhaupt nicht als Verlierer. Eigentlich müßte ich ein Störhonorar bekommen, einen Anteil an Zusatzverdiensten des Eigentümers"

Rückfragen & Kontakt:

News Chefredaktion

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS