Pfusch sinnvoll und erfolgreich bekämpfen

Steuer- und Abgabenbelastung senken, Luxemburger-Modell endlich einführen

Wien (PWK) - "Auch die Wirtschaft, nicht nur die öffentliche Hand und die Sozialversicherung, leidet unter dem besorgniserregenden Schattenwirtschafts-Wachstum. Für Österreichs Handwerksbetriebe ist der Pfusch und die Schwarzbeschäftigung eine oft existenzgefährdende Wettbewerbsverzerrung. Deshalb geht auch der Vorwurf, die Wirtschaft schütze 'Schwarze Schafe' ins Leere", betonte WKÖ-Präsident Leo Maderthaner. ****

"Wir bieten der Frau Sozialministerin deshalb ernsthaft unsere Kooperation bei der Eindämmung der Schwarzarbeit an. Aber um Schwarzbeschäftigung und Pfusch sinnvoll und erfolgreich bekämpfen zu können, bedarf es auch anderer als der vom Sozialministerium vorgeschlagenen Maßnahmen. Alle Versuche, den Pfusch nur mittels höherer Strafandrohungen einzuschränken, werden nicht den auch von uns gewünschten Erfolg haben. Erstens müssen Strafmaßnahmen nicht nur angedroht, sondern auch eingeleitet werden. Und zweitens ist die wirkliche Waffe gegen die 'Boombranche' Schattenwirtschaft die Milderung der erdrückenden Lohnnebenkosten. Finanz-, Wirtschafts- und Sozialminister müßten doch endlich erkennen," sagte Maderthaner, "daß die Kostenschere zwischen inoffizieller und offizieller Dienstleistung immer weiter aufgeht." Eine Hausangestellte mit einem monatlichen Nettobezug von 8.000,- Schilling koste dem korrekten, steuerehrlichen Auftraggeber inklusive aller Lohnnebenkosten inzwischen schon 18.166,- Schilling monatlich. Die hohen Lohnnebenkosten hätten solcherart immer mehr Österreicherinnen und Österreicher förmlich in die Schattenwirtschaft getrieben.

"Unsere Reformen müssen deshalb unter Vermeidung bürokratischer Zusatzkosten an der Wurzel ansetzen: Es muß endlich zu der von uns seit Jahren geforderten Mehrwertsteuerrefundierung für rechnungsmäßig nachgewiesene Bauleistungen nach dem bewährten Luxemburger-Modell kommen. Ob die zuständigen Regierungsmitglieder an einer echten Kooperation mit der Wirtschaft interessiert sind, wird sich auch daran zeigen, ob es endlich gelingt, reguläre Handwerkerleistungen gegenüber dem Pfusch wieder attraktiv zu machen. Auch die Wirtschaft ist daran interessiert", ergänzte Maderthaner, "daß es schon sehr bald durch Nutzung der neuen Sozialversicherungs-Chipkarte zur wirksamen Kontrolle illegaler Beschäftigung kommt."
(Schluß) hv

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK