Tumpel: Die Währungsunion als Chance begreifen

AK begrüßt Beschluß der EU-Kommission über Teilnehmerkreis an der Währungsunion

Wien (OTS) - Die europäische Währungsunion ist ein wichtiger Schritt zur Vertiefung der Integration Europas. Sie muß als Chance begriffen werden, die Wirtschafts- und Beschäftigungssituation nachhaltig zu verbessern. Die gesamte Wirtschaftspolitik muß sich daher an dem Ziel der Schaffung von Beschäftigung orientieren.
Dies werde sich nicht von allein ergeben, sondern erfordere ein koordiniertes Vorgehen in möglichst allen europäischen Ländern. Für AK-Präsident Herbert Tumpel ist daher der Beschluß über den Teilnehmerkreis ein positives Signal. Innere Stabilität und Vertrauen schaffen, sowie die Lösung des Beschäftigungsproblems, seien nun die vordringlichsten Aufgaben.****

Die Währungsunion müsse eine stabilisierende Wirkung haben. Dies könne in hohem Maße aber nur durch die Ausschaltung innereuropäischer Wechselkursschwankungen erreicht werden. Eine Erweiterung des Teilnehmerkreises über den "früheren Hartwährungsblock" hinaus ist für AK-Präsident Tumpel daher eine grundsätzlich richtige Entscheidung. Dadurch biete sich die
Chance, die Position Europas im internationalen Währungs- und Finanzsystem zu stärken. "Der Euro sollte auch genutzt werden, ein niedriges Realzinsniveau herzustellen", erklärt Tumpel. Die Vorzüge einer solchen Entscheidung "würden auf der Hand liegen", so der AK-Präsident: Stimulierung von Investitionen, Entlastung
der Staatsfinanzen und Begünstigung der Exportwirtschaft. Da die europäische Inflation kaum mehr als 1 Prozent betrage, sollte in der Geldpolitik die Inflationsbekämpfung ohne Inflation
keinesfalls fortgesetzt werden. "Die innere Stabilität der neuen Währung ist gesichert. Bekämpfen wir also nichts, was es nicht gibt", fordert Tumpel.

Beschäftigungspolitische Orientierung der Wirtschaft
Die neunzehn Leitlinien des Luxemburger Beschäftigungsgipfels
seien ein erster Schritt zu einer koordinierten europäischen Beschäftigungspolitik. Allerdings suchen die Leitlinien die Lösung des Problems primär auf dem Arbeitsmarkt. Aus- und Weiterbildung, Arbeit für Jugendliche und Langzeitarbeitslose und anderes mehr können sicher einen Beitrag zur Problemlösung leisten. Beschäftigungspolitik dürfe sich aber nicht in diesem Feld erschöpfen, warnt der AK-Präsident und fordert eine beschäftigungspolitische Orientierung der gesamten Wirtschaftspolitik: "Dies gilt vor allem für die Geld- und Währungspolitik der künftigen Europäischen Zentralbank und für die Steuerpolitik".

Vertrauen in neue Währung stärken
Die Sicherung und Schaffung von Beschäftigung sei ein wichtiges Element, das Vertrauen in die neue Währung zu stärken. "Die Konsumenten müssen aber auch sicher sein, bei der Umstellung nicht über den Tisch gezogen zu werden", betont Tumpel. Keinesfalls dürfe die Einführung des Euro zu Lasten der Verbraucher gehen. Die AK fordert daher auch die gesetzliche Regelung einer doppelten Preisauszeichnung in der Übergangszeit sowie eine Preisüberwachung durch die öffentliche Hand.

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