Nagel: Schwere Vorwürfe gegen Direktorium und Kuratorium

"Foul play, innere Intrigen, Attacken von Bürgermeister und Präsidentin gegen Jelinek"

Wien (OTS) - Der scheidende Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele, Ivan Nagel, äußert in der morgen erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins News schwere Vorwürfe gegen Direktorenkollegen und das Festspiel-Kuratorium.

Aus den offiziell angegebenen Gesundheitsgründen sei er nur insofern zurückgetreten, als ihm der zwecks Entlastung verlangte Stellvertreter verwehrt worden und der Vorschlag nicht einmal bis in die Kuratoriumssitzung getragen worden sei.

Defizit dreimal so hoch?

Nagel zu News: "Dort fand dafür etwas statt, was ich nur als Foul play bezeichnen kann." Mittels eines internen Revisionsberichtes, den man ihm als einzigem nicht vorgelegt habe, seien die 6 Millionen Überziehung des Schauspielbudgets zum einzigen strittigen Punkt gemacht worden.

Das eigentliche Defizit dieses Jahres sei allerdings dreimal so hoch. "Man hat mein Defizit der Presse zugespielt und mich an den Pranger gestellt, um die Überziehung der anderen Sparten heimlich aus den Notreserven abzudecken."

Skandal um Revisionsbericht?

Nagel vermutet via News gezielte Verhinderungsversuche gegen sein Jelinek-Programm. Der Revisor, ein Landesbeamter, habe bereits eine Kalkulation vorgelegt, in der die Kernstücke des Jelinek-Schwerpunkts nicht enthalten gewesen seien. "Wer ermächtigt den Revisor zu künstlerischen Entscheidungen? Ich halte das für eine interne Intrige."

Dechant und Rabl-Stadler gegen Jelinek.

Nagel weiter: "Ich kann mir nicht vorstellen, daß es von einem Politiker kam. Es wäre ein internationaler Skandal, wenn Bürgermeister Dechant der internen Revision anschafft, Werke einer Autorin zu eliminieren. Wobei der Bürgermeister seine aufrichtige und heftige Abneigung gegen Elfriede Jelinek nicht verborgen hat. Ebenso wie die Präsidentin, die nicht verheimlicht, daß ihr Elfriedes Werk und Haltung Ekelgefühle verursacht. Gegen solche Äußerungen eines ehrlichen Konservativismus habe ich nichts."

Mortier allerdings, zu dem er sich uneingeschränkt bekenne, habe als einziger im Direktorium die internationale Blamage einer Jelinek-Eliminierung verhindert, so Nagel in News.

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