Gewerbeverein: VfGH-Urteil Apotheken richtig

Wien (OTS) - Österreichs Gesundheitssystem ist viel zu teuer und belastet die Lohnnebenkosten zum Nachteil des Wirtschaftsstandortes über Gebühr.

Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) begrüßt daher das Verfassungsgerichtshof-Urteil bezüglich der Liberalisierung der Niederlassung für öffentliche Apotheken aus dem Grund, daß jede Konkurrenz niedrigere Preise nach sich zieht. So gesehen geschieht mit den Apotheken ein ganz normaler Vorgang - etwas womit sich die gesamte österreichische Wirtschaft spätestens seit dem EU-Beitritt beschäftigen mußte. Die Apotheker sind zu Kreativitiät aufgerufen. Und die Belastungen aller übrigen Unternehmer werden durch Reduzierung der Lohnnebenkosten hoffentlich niedriger.

Wenig Verständnis hat der ÖGV in diesem Zusammenhang auch mit den Problemen, die Landärzte bezüglich ihrer Hausapotheken sehen, die jetzt möglicherweise von neuen entstehenden Apotheken konkurrenziert werden.

Ist nämlich eine Hausapotheke wirklich jenes Zubrot, das dem Landarzt gerade noch das wirtschaftliche Überleben sichert, dann wird sich in seiner Nähe keine neue Apotheke etablieren.

Ist die Apotheke zusätzlich zur Praxis aber so lukrativ, daß sie einen Pharmazeuten zur Entscheidung bewegt, eine neue Apotheke im räumlichen Umfeld zu gründen, dann kann es dem Landarzt mit seiner Praxis so schlecht nicht gehen. Dann muß er eben auf das finanzielle Zubrot der Hausapotheke verzichten.

Dem Österreichischen Gewerbeverein geht es nicht um irgendwelche Neidgefühle im Zusammenhang mit Apotheken. Der ÖGV kämpft nur mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dafür, daß das Gesundheitssystem Österreichs endlich billiger wird. Dazu gehört auch, daß der Milliardenüberschuß, den die öffentlichen Krankenkassen 1997 machten und auch 1998 lukrieren werden, zur Senkung der Lohnnebenkosten herangezogen wird. Die Krankenkassen sind keine Sparkassen.

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