Strengere EU-Umweltpolitik wirft ihre Schatten voraus: EU-Projekt "DISCO" zur Demontage und Recycling von Computern

Seibersdorf arbeitet mit europäischen Partnern an Recyclingverfahren vor allem für Massenprodukte der Elektroindustrie

Wien (OTS) - Wenn man von der bestehenden bzw. zu erwartenden strengeren Gesetzgebung in der Europäischen Union zum Schutz der Umwelt ausgeht, werden in Zukunft auch jene Massenprodukte einer geordneten Wiederverwertung zugeführt werden müssen, die heute noch allzuoft in den Mülltonnen landen oder als Hausmüll entsorgt werden. Insbesondere sind davon Produkte der Elektroindustrie wie etwa Computer, Telefone oder Büromaschinen betroffen.

Die Austrian Research Centers (Österr. Forschungszentrum Seibersdorf) arbeiten an dieser Thematik im Rahmen des sogenannten EU-Projektes "DISCO" (disassembling and recycling of consumer goods) mit Partnern aus Schweden (Recycler) und Deutschland (Fraunhofergesellschaft) und den österreichischen Industriepartnern ABB und Siemens.

Im Rahmen des dreijährigen Projektes sollen industrielle Lösungen zur stofflichen Wiederverwertung von Kunststoffteilen aus Computer-Keyboards, Telefonen und anderen elektronischen "Tastengeräten" erarbeitet werden.

Derzeit werden derartige Geräte nur in Ausnahmefällen manuell zerlegt. Üblicherweise werden sie der Verbrennung zugeführt (zerkleinert oder als ganzes). Da diese Art der Entsorgung in Zukunft in den meisten EU-Ländern erschwert werden wird, bedarf es wirtschaftlicher Lösungen zur Wiedergewinnug der Wertstoffe. Bei den genannten Geräten sind das beispielsweise Gehäuseteile oder Tasten. Das laufende EU-Projekt hat daher das Ziel, geeignete Methoden zur (teilautomatisierten) Demontage, Kunststofferkennung und robotergestützten Sortierung der einzelnen Kunststoffteile zu entwickln und umzusetzen. Wesentlich dabei ist die Qualitätssicherung bei der Kunststoffsortierung, da selbst geringfügige Vermischung der unterschiedlichen Kunststoffsorten verieden werden muß.

Die Implementierung der Projektergebnisse ist für den Zeitraum von 1999-2001, vorerst bei dem schwedischen Recycler "Stena Technoworld" geplant. In der Folge sollen auch österreichische Recycler über die Ereignisse informiert und bei der Einführung derartiger Lösungen unterstützt werden.

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Forschungszentrum Seibersdorf
Dr. Norbert Schwarz - Mag. Erwin Fugger
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E-mail: erwin.fugger@arcs.ac.at

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