AK: Arbeitsunfälle vermeiden, heißt Milliarden sparen - 1

Volkswirtschaft und Betriebe sparten seit 1995 rund 11 Milliarden Schilling

Wien (OTS) - Der Trend zum Rückgang von Arbeitsunfällen hielt
nach 1995 und 1996 auch im Vorjahr weiter an. Noch nie ereigneten sich so wenig Arbeitsunfälle wie im Vorjahr. Für den stellvertretenden AK-Direktor Georg Ziniel ein Erfolg des modernen ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes. Gegen eine Aufweichung der Bestimmungen - wie etwa auch von den Freiheitlichen gefordert -spreche nicht nur verhindertes Leid, sondern auch betriebs- und volkswirtschaftliche Einsparungen.****

Unfälle vermeiden, Milliarden sparen
Seit 1995 sparten sich Volkswirtschaft und Betriebe zusammen rd 11 Milliarden Schilling an Kosten. Verzeichnete die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt im Jahr 1994 noch knapp 164.500 Arbeitsunfälle bei den Erwerbstätigen, sank nach dem Inkrafttreten der neuen Bestimmungen die Zahl seit 1995 kontinuierlich und erreichte mit rd 128.700 Arbeitsunfällen 1997 einen neuen Tiefstwert.
Durch Arbeitsunfälle entsteht der Volkswirtschaft ein jährlicher Milliardenschaden, rechnet der AK-Experte. 1994 betrug der volkswirtschaftliche Schaden noch 28 Mrd Schilling, im Vorjahr nur noch knapp 22 Mrd Schilling. Aber auch die Betriebe sparen sich
hohe Kosten. Nach Berechnungen der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt kostet jeder einzelne Arbeitsunfall dem betroffenen Betrieb durchschnittlich 27.000 Schilling. Aufgrund
der sinkenden Zahlen konnten die Betriebe ihre Kosten von 1995 bis 1997 um rund 1,5 Mrd Schilling reduzieren.

Keine Aufweichung der Bestimmungen
"Wenn eine Regelung nicht nur viel Leid, sondern auch enorme
Kosten für Volkswirtschaft und Betriebe spart, dann handelt es
sich um eine wirksame Regelung", so Ziniel. Eine Aufweichung der neuen Regelungen kommt daher für die AK nicht in Frage. Das
Jammern über Last und Bürokratie mancher Unternehmer oder politischer Parteien zeige lediglich mangelnde Einsicht über die gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit durch besseren ArbeitnehmerInnenschutz.
Ziniel nennt besonders drei Neuerungen als für den Erfolg verantwortlich:
1. Die Evaluierungspflicht aller bestehender Gefahren am Arbeitsplatz und die erforderlichen Maßnahmen zur Gefahrenverhütung.
2. Verpflichtete Bestellung von geschulten Sicherheitsvertrauenspersonen ab einer bestimmten Arbeitsstättengröße und
3. die Verbesserung der arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen Betreuung.
Gerade diese Errungenschaften seien immer wieder Ziele der
Attacken. "Wer hier Aufweichungen will, handelt durch eine bewußte Gefährdung der Belegschaft nicht nur arbeitnehmerfeindlich,
sondern auch gegen die Interessen des Betriebes und der Volkswirtschaft", kritisiert der AK-Direktor.

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