Offener Brief

Warum vergißt Ihre Standortpolitik ausgerechnet auf uns, Herr Landeshauptmann Dr. Pröll?

Wien (OTS) - Glaubt man Ihrer Wahlwerbung, Herr Landeshauptmann, dann setzen Sie sich für eine "moderne Standortpolitik ein, die Arbeit im Land schafft und Arbeit ins Land bringt" (profil,Nr.12/1998).

Warum gilt Ihre Politik und Ihr Einsatz nicht für hunderte hochwertige Arbeitsplätze der Kunststoffrohrindustrie? Eine Industrie, die in Ihrem Bundesland einen Gutteil des österreichischen Jahresbedarfes an Trinkwasser- und Kanalrohren aus PVC produziert. Einem Werkstoff, auf dessen Rücken umweltpolitisch motivierte Stellvertreterkämpfe ausgetragen werden.

Seit Jahren warten wir Rohrproduzenten deshalb in dieser Angelegenheitauf ein klares Wort von Ihnen. Damit wir unter gesicherten Rahmenbedingungen für unsere Arbeitnehmer und Gesellschafter verantwortungsbewußt planen und investieren können.

Aber Sie, Herr Landeshauptmann, diskutieren erst gar nicht mit uns. Dafür lassen Sie offenbar zu, daß die im Auftrag Ihrer Landesregierung erstellte "Produktvergleichsstudie Rohre" von einzelnen Gruppierungen als Grundlage für ökologische Diskriminierungen unserer erfolgreichen Produkte mißbraucht wird. Durch Ihre für uns unverständliche Haltung helfen Sie als Politiker indirekt mit, unseren Markt schrittweise zu zerstören.

Damit verbunden wäre die Vernichtung hunderter hochwertiger Arbeitsplätze mit entsprechenden Sozialkosten. Viele unserer Arbeitnehmer sind zudem Alleinerhalter von Familien.

Wissen Sie, was unabhängige Marktforscher an volkswirtschaftlichen Belastungen bis zum Jahr 2005 vorhersagen, wenn wir auf Grund einer modernen Standortpolitik unsere Werke zusperren müssen?

* Das Hinaufschnellen der Kosten für Kanal- und Trinkwasserleitungenum über 8 Milliarden Schilling innerhalb der nächsten zehn Jahre. Geld, das die Gemeinden nicht haben und letztlich dem Bürger abgenommen werdenmuß.

* Im gleichen Zeitraum die Zunahme der Importe von Rohren um fast 5 Milliarden Schilling. Das bedeutet eine deutliche Verschlechterung unserer Handelsbilanz statt inländischer Wertschöpfung.

Eine moderne Standortpolitik, Herr Landeshauptmann Dr. Pröll, braucht in der Praxis ehrliche, klare Entscheidungen. Darum: Sagen Sie uns endlich, woran wir sind!

Dkfm. Erich Wach Geschäftsführung PipeLife Rohrsysteme Ges.m.b.H

Komm.Rat Dkfm. Otto Reinsprecht Geschäftsführung Poloplast Kunststoffwerk Ges.m.b.H

Hellmut Hellgoth Geschäftsführung Rehau Ges.m.b.H

Initiative Kunststoffrohre Eine Interessengemeinschaft der Unternehmen PipeLife, Rehau, Poloplast

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Petra Haller
Tel.: 01 505 47 01 22Dr. Hochegger GmbH

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