Niederösterreichische Siedlungswasserwirtschaft: Kunststoffrohr- Industrie wehrt sich gegen einseitige Produktvergleiche

Die Initiative Kunststoffrohre, eine Interessengemeinschaft der führenden österreichischen Kunststoffrohrhersteller (PipeLife, Rehau, Poloplast), wehrt sich gegen den Versuch ihre erfolgreichen Produkte (Trinkwasser- und Kanalrohre) ökologisch zu diskriminieren.

Wien (OTS) - Eine Studie im Auftrag der nö. Landesregierung, an
der die Kunststoffrohr-Industrie mitgearbeitet hat, vergleicht Rohre für dieSiedlungswasserwirtschaft aus verschiedenen Werkstoffen nach umweltrelevanten Aufwendungen während ihrer gesamten Nutzungsdauer. Obwohl die TU Wien als Studienautorin ausdrücklich vermerkt, daß dasErgebnis wegen zu uneinheitlicher Rahmenbedingungen nicht als ökologische Rangordnung von Rohren interpretiert werden darf, wird dies nun doch von einigen Seiten vehement versucht.

Der nun vorliegende Produktvergleich ist eine Momentaufnahme, lokal beschränkt auf Niederösterreich. Aufgrund der unterschiedlichen Standards mußten Kompromisse geschlossen werden, die derzeit keine allgemein gültige Aussage über das ökologische und ökonomische Erscheinungsbild der verschiedenen Rohrvarianten ermöglichen?, erklärt PipeLife-Geschäftsführer Erich Wach. So beruhen beispielsweise die ökologischen Kenngrößen für die indirekten Aufwendungen für Kunststoffrohre (das ist die Werkstoffproduktion, die von der eigentlichen Rohrherstellung unabhängig ist) auf Durchschnittswerten aus ganz Europa. Die heimischen Kunststoffrohrerzeuger beziehen ihren Werkstoff jedoch ausschließlich von westeuropäischen Lieferanten mit hohen ökologischen Standards. Demgegenüber stehen bei anderen Rohrmaterialien oft nur Angaben einzelner Hersteller. Bei Gußrohren sind die Aufwendungen der energieintensiven Gußeisengewinnung gar nicht berücksichtigt worden, da der österreichische Hersteller im Gegensatz zu seinen internationalen Wettbewerbern ausschließlich Schrott verarbeitet.

Die Initiative Kunststoffrohre merkt zusätzlich an, daß gravierende wirtschaftliche Vorteile von Kunststoffrohren wie der geringe Verlegeaufwand und der funktionierende Recyclingkreislauf in die ökologische Gesamtbeurteilung der Systematik wegen nicht eingearbeitet werden konnten. Insbesondere die fehlende Berücksichtigung des seit sechs Jahren bundesweit funktionierenden Systems der Sammlung, Sortierung und des Recyclings von Kunststoffrohren und Formstücken verzerrt das ökologische Gesamtbild der Kunststoffrohre beträchtlich. Der österreichische Arbeitskreis für Kunststoffrohr-Recyclingsammelte allein im letzten Jahr eine Menge von 350 Tonnen. Vergleichbare Aktivitäten für andere Rohrmaterialien sind nicht bekannt.

Die Studie bescheinigt der eigentlichen Herstellung von Kunststoffrohren, daß diese nur geringe ökologisch relevante Aufwendungen und Emissionen verursacht. So entspricht der Energieverbrauch zur Herstellung des Jahresbedarfes an PVC-Rohren (das sind 30.000 Tonnen oder 12.000 km) der Benzinmenge, die 162 PKW von insgesamt 5 Millionen in Österreich zugelassenen Kraftfahrzeugen, verbrauchen. Damit wird deutlich, wie wenig Energie erforderlich ist, um den jährlichen Österreichbedarf an Trinkwasser- und Kanalrohren aus Kunststoff herzustellen.

Aus allen diesen Gründen ist es besonders unredlich, auf Basis dieser Studie eines der wichtigsten und erfolgreichsten heimischen Bauprodukte ökologisch anzuschwärzen, um seine Marktposition zu schwächen?, ärgert sich Wach.

Eine kürzlich vom Marktforscher Kreutzer Fischer & Partner vorgestellte Untersuchung der österreichischen Siedlungswasserwirtschaft belegt, daß bei einem Verzicht auf PVC-Kunststoffrohre die Gemeindeschulden bis 2005 um gigantische 8,6 Mia. Schilling in die Höhe schnellen würden. Da im Falle eines Boykotts seitens der öffentlichen Hand die Industrieproduktion von PVC-Rohren eingestellt werden müßte, gingen allein in Niederösterreich hunderte Arbeitsplätze ersatzlos verloren. Wenn die verantwortlichen Politiker eine solche Situation in Kauf nehmen wollen, dann sollen sie dies der betroffenen Industrie und den Steuerzahlern ehrlich mitteilen?, fordert PipeLife-Geschäftsführer Wach.

Für weitere Details wenden Sie sich bitte an:

Dkfm. Erich Wach, PipeLife Rohrsysteme GmbH & Co Nfg.KG. Tel.:
0664/2532 520 bzw. 02236/6702-0

Dkfm. Otto Reinsprecht, Poloplast Kunststoffwerk GmbH,

Tel.: 0664/13 23 779 bzw. 0732/380621-0

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