Wider den Teilwahrheiten in der Handy-Diskussion!

Mehr als 200 Teilnehmer bei der Diskussion Problemfall "Mobilfunk?" gestern im Wappensaal des Rathauses bei einer gemeinsame Veranstaltung der Wiener Umweltanwaltschaft und der Plattform GSM-Initiativen

Wien (OTS) - Die Wiener Umweltanwaltschaft kritisierte die Mobilkommunikationsprofis wegen deren Mangel an Kommunikation mit den betroffenen Anrainern und fordert die Einbindung der Anrainer in die Entscheidung von umstrittenen Aufstellungsorten von Sendemasten.

Der Rechtsexperte Univ. Prof. Kerschner stellt fest, daß die Anrainer der freiwilligen Dialogbereitschaft der Netzbetreiber ausgeliefert sind. Eine Parteienstellung wo sie den Gesundheitsschutz prüfen bzw. einfordern können, gibt es für sie nicht. Er fordert daher diese Parteienstellung ein und verbindliche Grenzwerte, allerdings auf Grund des Vorsorgeprinzips mit einem Sicherheitszuschlag.

Der Sozialmediziner Univ. Prof. Kunze führt viele von den Anrainernvon Sendeanlagen geltend gemachte gesundheitliche Beschwerden auf deren Angst vor den Sendemasten zurück und sieht deren Probleme im psychohygienischen Bereich gelegen. Auch Angst kann krank machen sagte er und bestreitet, daß die elektromagnetischen Felder selbst eine gesundheitliche Gefährdung bedeuten.

Dipl. Ing. Neubauer meinte die derzeitigen Grenzwerte reichen aus, um bei deren Einhaltung die bekannten und wissenschaftlich belegten gesundheitlichen Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf den Menschen auszuschließen.

Ganz anders werden die Probleme vom Umwelthygieniker Univ. Prof. Dr. Kundi und dem Zellbiologen Dr. Mosgöller gesehen. Das Ergebnis der wenigen wissenschaftlichen seriösen und anerkannten Studien auf dem Gebiet der elektromagnetischen Strahlung, wie sie im Mobilfunkbereich eingesetzt werden zeigen durchaus Auswirkungen auf den biologischen Organismus. Keiner dieser Studien kann als Beleg für die Unbedenklichkeit der Mobilfunktechnik herangezogen werden. Die Entwicklung der EMF Technologie sollte Hand in Hand mit einer entsprechenden Erforschung ihrer potentiellen gesundheitlichen Auswirkungen einhergehen.

Die Plattform der Netzbetreiber, das Forum Mobilkommunikation, (FMK) haben erkannt, daß in der Vergangenheit die Anrainer von Sendeanlagen oft ?überfahren" worden sind und haben Michaela Reeh als neue Geschäftsführerin bestellt. Sie eröffnete den zahlreichen Bürgern, daß die Netzbetreiber nun neue und intensivere Formen des Dialoges mit den Bürgern suchen werden und gesteht ein, daß diesbe-züglich in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden.

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