150 Jahre Unterrichtsministerium: Das Palais Starhemberg

Wien (OTS) 23 Jahre nach der Gründung übersiedelte das Ministerium ins Palais Starhemberg. Dieser frühbarocke unter Denkmalschutz stehende Bau am Wiener Minoritenplatz beherbergt
heute zwei Ministerien, das Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten und das Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr. ****

Konrad Balthasar Graf Starhemberg ließ das für damalige Verhältnisse mächtige Palais im frühbarocken Stil von einem heute unbekannten Architekten von 1650 an erbauen. Der Sohn des
Bauherrn, Ernst Rüdiger Graf Starhemberg, wohnte hier und leitete von seinem Palais aus die Verteidigung Wiens 1683 gegen die
Türken.

Im 19. Jahrhundert wechselte das Palais mehrfach den Besitzer. Der Staat kaufte es schließlich 1871 für 400.000 Gulden aus dem Besitz der Staatseisenbahn-Gesellschaft. Von der ursprünglichen Architektur sind nur noch wenige Reste erhalten. Das Innere des Gebäudes, die Festsäle und die Prunkräume strahlen den kühlen Glanz des Klassizismus aus. Die meisten sichtbaren Bauteile sind etwa hundert Jahre alt. Nur die Räume der heutigen
"Amtsbibliothek" und die tiefen Keller des Palais stammen noch aus der Erbauungszeit.

Das derzeit von Bundesministerin Elisabeth Gehrer benutzte Zimmer, die Ministerstiege, der Blaue Salon und der Audienzsaal verdanken ihr architektonisches Aussehen Anton Zach, dessen
Arbeiten als Vorläufer des Wiener Klassizismus gelten. Im Blauen Salon sind die heroischen Landschaften des holländischen Barockmalers van Bloemen erwähnenswert. Der große Sitzungssaal wiederum gilt als gutes Beispiel der österreichischen Ausprägung des Empire-Stils.
(Fortsetzung)

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