Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter

Votruba: Möglichkeiten der Wegweisung zu wenig bekannt

St.Pölten (NLK) - "Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Sie äußert sich in ge-sellschaftlicher, psychischer oder physischer Benachteiligung. Von Männern verübte Gewalt kommt in allen Gesellschaftsschichten vor und jede fünfte Frau, die in einer Beziehung lebt, ist davon betroffen", erläuterte gestern
nachmittag Diplomsozialarbei-terin Ingrid Dittrich von der Frauenberatungsstelle "Freiraum" bei einer Diskussion in Neunkirchen, die die körperliche, seelische und strukturelle
Gewalt an Frauen aufzeig-te und von den Frauenberatungsstellen Neunkirchen, Wiener Neustadt und Mödling organisiert wurde. Außerdem wurde unter anderem der Frage nachgegangen, ob die Fraueneinrichtungen, die es in Österreich seit rund 20 Jahren
gibt, helfen, wie man Gewalt gegen Frauen eindämmen kann und ob
die gesetzlichen Maßnahmen ausrei-chen. Nach Meinung der
anwesenden Experten sollten die Fraueneinrichtungen noch
verbessert und vor allem finanziell abgesichert, Exekutive und Justiz besser geschult und auch Männerberatungsstellen
eingerichtet werden. Als äußerst wirksame Maß-nahme wurde das Gewaltschutzgesetz anerkannt. Das bestätigte auch Landesrätin Traude Votruba: "In Niederösterreich hat es 1997 212 Maßnahmen im Rahmen der Wegweisung und des Rückkehrverbotes nach § 38a des Sicherheitspolizeigesetzes gegeben." Diese Möglichkeit sei aber leider noch zu wenig bekannt. Die Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen sollten daher zu Informationszentren ausgebaut werden und auch zusammenarbeiten. Votruba wünscht sich außerdem Frauenberatungsstel-len in jedem Bezirk. Über neue Finanzierungsformen der Frauenberatungseinrichtun-gen werde demnächst beraten. "Niederösterreich entspricht mit seinen Fraueneinrich-tungen den internationalen Maßstäben", betonte Votruba.

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