AK Erhebung: Girokonto-Inhabern kommt Kontoüberziehung enorm teuer

Wien (OTS) - Die meisten Banken haben die Überziehungszinsen
bei den Girokonten zwischen einem Achtel und einem drei Viertel Prozentpunkt erhöht. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der Wiener
AK Konsumentenschützer im ersten Quartal bei 20 Kreditinstituten. Kritik übt die AK auch generell an der Höhe der Überziehungszinsen, die sich zwischen 7,5 Prozent und 13,75
Prozent bewegen. Tip der AK Konsumentenschützer: Bei einer allfälligen Kontoüberziehung sollen Konsumenten über marktkonforme Überziehungszinsen mit ihrer Bank verhandeln. ****

11 von 20 Kreditinstituten haben im Vergleich zum Vorjahr die Überziehungszinsen bei ihren angebotenen Kontotypen erhöht:
Während bei acht Banken die Überziehungszinsen für alle angebotenen Kontotypen teurer geworden sind, haben drei nur für bestimmte Konten, wie zB Jugend- bzw Studentenkonto, die Überziehungszinsen angehoben. Die Bandbreite bei den vorgenommenen Erhöhungen bewegte sich dabei von einem Achtel bis zu einem drei Viertel Prozentpunkt. Mehr als die Hälfte der Erhöhungen lag zwischen drei Achtel und einem halben Prozentpunkt. Das sind die Ergebnisse einer Erhebung der AK Wien. Durchgeführt wurde die Untersuchung im ersten Quartal '98 bei 20 Kreditinstituten.

Kritik üben die AK Konsumentenschützer generell an der Höhe der Überziehungszinsen auf den Gehaltskonten. Die Konsumentenschützer haben 19 Überziehungszins-Sätze unter die Lupe genommen: Sie bewegen sich von 7,5 Prozent bis zu 13,75 Prozent. Fünf Überziehungszins-Sätze lagen unter zehn Prozentpunkte, die restlichen 14 lagen über zehn Prozentpunkte. Diese Zinssätze sind im Hinblick auf das derzeit bestehende sehr niedrige Zinsniveau
sehr hoch, kritisieren die AK Konsumentenschützer. Daher sollten mittels Kontoüberziehung nur kurzfristige finanzielle Engpässe ausgeglichen werden und die Überziehung keine Dauerlösung sein. Für einen solchen Fall ist der Kredit dann meist billiger.

Auch zahlen Bankkunden bei 8 Instituten für die Überziehung nicht nur die ohnedies schon meist hohen Überziehungszinsen, sondern
auch eine erhöhte Kontoführungspauschale. Bei vier Instituten wird diese schon verrechnet, wenn auch nur einmal im Quartal
geringfügig überzogen wird, bei den anderen vieren erst dann, wenn Sollzinsen in einer bestimmten Höhe (zB ab 30 oder 100 Schilling Sollzinsen) anfallen.

Sprengen des Überziehungsrahmens kostspielig
13 Institute verlangen für eine Überziehung außerhalb des Überziehungsrahmens um bis zu fünf Prozentpunkte höhere Zinsen, ergibt die AK Erhebung. Bei elf Banken zahlen die Kunden, wenn sie ihr Konto über dem Überziehungsrahmen überziehen, 15 bis 18,25 Prozent.
Problematisch daran ist, daß den meisten Kunden ein Überziehungsrahmen bloß stillschweigend eingeräumt wird, und dem Kunden die Höhe von der Bank meist nicht mitgeteilt wird. Nur einige Banken informieren ihre Kunden regelmäßig auf dem Kontoauszug über die Höhe des Überziehungsrahmens. Dieses Beispiel sollte Schule machen, meint die AK und fordert die Kreditinstitute generell auf, die Kontoinhaber regelmäßig über die Höhe des eingeräumten Überziehungsrahmens auf dem Kontoauszug zu informieren.

Die AK Konsumentenschützer empfehlen: Girokontoinhaber, die ihr Konto auch nur fallweise überziehen, sollen jedenfalls mit ihrer Bank über marktkonforme Überziehungszinsen verhandeln. Auch sollte eine klare Vereinbarung bezüglich des möglichen Überziehungsrahmens getroffen werden.

Zinsen bei Überziehung rauf, bei Guthaben runter
Die Zinsen auf den Gehaltskonten wurden zwar für die Überziehungen erhöht, für allfällige Guthaben jedoch nicht. Derzeit bewegen sich die Guthabenszinsen am Girokonto von 0,125 bis zu zwei Prozent, wobei zwei Drittel der erhobenen Institute maximal 0,5 Prozent bezahlen. Lediglich vier Banken gewähren ihren Kunden Habenzinsen in der Höhe von 1,5 Prozent und zwei Prozent, zwei Banken gaben Bandbreiten von 0,5 bis 1,25 Prozent an.

Die AK Konsumentenschützer raten jenen Kontoinhabern, die ihr Guthaben nicht abheben, mit der Bank über eine Anhebung der Habenzinsen zu verhandeln.

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