FP-Marchat: Winzerhaus schwer verschuldet, dramatischer Abverkauf von Vermögenswerten und Abbau von 80 Mitarbeitern beschlossen

Geheimabsprachen zwischen Raiffeisen- und Bauernbund-Chefs vor Landtagswahl

St. Pölten (OTS) - "Die wirtschaftliche Situation im niederösterreichischen Winzerhaus hat sich in den vergangenen Tagen dramatisch zugespitzt. Raiffeisen und Bauernbund sind nur noch bemüht, ihr Versagen bis zu der Landtagswahl am Sonntag zu vertuschen", erklärte heute der freiheitliche Landesparteisekretär, LAbg. Franz Marchat. Der Abgeordnete wurde von einer geheimen Sitzung am Montag dieser Woche informiert, an der unter anderem Generaldirektor Johann Windbichler von der Raiffeisen Landesbank, Landwirtschaftskammerpräsident Rudolf Schwarzböck, Vertreter des Winzerverbandes sowie der als Trouble-Shooter aus Deutschland geholte Geschäftsführer Karl Daniel teilnahmen. "Bei dieser Krisensitzung hat sich offenbart, daß Bauernbund und Raiffeisen im Winzerhaus abgewirtschaftet haben. Der Verband ist mit 200 Millionen Schilling verschuldet, die Lage ist so prekär, daß bereits die Einlagen der Genossenschafter zu einem Drittel aufgebraucht sind", so Marchat. Bei der besagten Sitzung am Montag wurde nun ein brutaler Abverkauf der Vermögenswerte des Winzerhauses und ein drastischer Abbau der Verbandsangestellten von derzeit 97 auf 12 Mitarbeiter beschlossen. So soll unter anderem das zentrale Weinlager in Simmering, Schätzwert ca. 80 Millionen, über die Raiffeisen Landesbank um sage und schreibe 30 Millionen Schilling verscherbelt werden. Auch Grundstücke und Gebäude werden defacto unter der Hand von den Raiffeisenbankern verkauft. "Hier wird ein stiller Ausgleich abgehandelt, der zu Lasten der Eigentümergenossenschaften des Verbandes geht, und der für einige Schwarzböck- und Windbichler-Freunde zum großen Geschäft werden könnte", kritisierte Marchat den Abverkauf im Winzerhaus, der dem Geschäftsführer auch ein Verfahren wegen des Verdachtes der fahrlässigen Krida ersparen soll. Der deutsche Manager ist von der Kündigungswelle übrigens nicht betroffen, da er über einen Fünf-Jahres-Vertrag verfüge und derzeit unkündbar sei.

Als unfaßbaren Skandal bezeichnete der freiheitliche Abgeordnete die Vergatterung von Genossenschaftsfunktionären bei einer weiteren Sitzung am Mittwoch dieser Woche: "Die geschockten Genossenschaftsobmänner wurden zum einen vom Bankrott informiert und mußten zum anderen eine Vereinbarung unterschreiben, daß sie absolutes Stillschweigen bis zur Landtagswahl am Sonntag bewahren müssen." Marchat fordert daher die Verantwortlichen im Winzerhaus auf, noch vor dem Sonntag die Karten auf den Tisch zu liegen. "An dem Winzerhaus hängt die Existenz von 700 niederösterreichischen Weinbaufamilien. Es ist ungeheuerlich, wie Schwarzböck, aber auch Landesrat Blochberger, der voll informiert ist, diese Leute hinters Licht führen." Der Skandal um das Winzerhaus sei ein weiteres Glied in der Kette von Wirtschaftspleiten der ÖVP-dominierten Landesbank, in der unfähige und völlig überforderte Bauernbundfunktionäre ihr Unwesen treiben, stellte Marchat abschließend fest.

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