Senioren als Heimatforscher

Osterpostkarten-Ausstellung im Pensionistenheim Amstetten

St.Pölten (NLK) - Der Erfahrungsschatz unserer Senioren wird in Amstetten auf besondere Weise genützt: Die Bewohner des NÖ Landes-Pensionisten- und Pflegeheimes Amstetten kamen gemeinsam mit ihrem Direktor Franz Salzmann auf die Idee, alte Osterpostkarten aus eigenem Besitz, aber auch aus dem Bekanntenkreis und aus dem Altwarenhandel zu sammeln und daraus eine österliche Ausstellung
zu machen. Daraus wurde ein großer Erfolg, denn jetzt gibt es weit mehr als 300 Osterpostkarten, die von Gründonnerstag bis Ostersonntag im Pensionistenheim gezeigt werden können.

Die älteste Karte stammt aus dem Jahr 1898, weitere "Gustostückerln" aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und aus der Zwischenkriegszeit konnten ebenfalls aufgetrieben werden. In der Ausstellung sieht man, daß bis zum Weltpostkongreß 1906 in Rom die Grüße auf die Schauseite der Postkarte geschrieben werden mußten, da auf der Rückseite nur die Adresse stehen durfte. Datierungen für die Ausstellungen wurden, wenn der Poststempel nicht mehr lesbar war, mit Hilfe der Briefmarken vorgenommen.

Schon in den Anfängen um die Jahrhundertwende gab es sowohl schwarz-weiße als auch bunte Karten, die oft ein überdimensionales Ei trugen. Ab 1910 finden sich vermehrt kolorierte Schwarzweißfotos, auf denen oft Kinder mit Lämmern, Kücken und Eiern zu sehen sind. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Kinder von uniformierten Soldaten als Motiv abgelöst, auch ein militärisches Auftreten des Osterhasen war durchaus üblich. Nach dem Ersten Weltkrieg dominierten dann gezeichnete Karten mit
bunten Ostermotiven. Als Motiv verwendete man auch Jesus auf einer Wiese mit Schafen, aber auch Frühlingsblumen. Auch gemalte und gezeichnete Originalkarten sind zu sehen, vor allem aber Karten,
die in Chromolithografie-Technik hergestellt wurden, der damals verbreitetsten Art, färbige Illustrationen anzufertigen. Eine Seniorin aus Aschbach-Markt stellte eine amerikanische Osterkarte zur Verfügung, die sie 1925 von ihrem Onkel aus New York erhalten hatte. Eine weitere Karte des gleichen Absenders aus dem Jahr 1913 zeigt ein blondgelocktes Mädchen mit Heiligenschein.

Die Ausstellung wird durch Veranstaltungen abgerundet, in denen die ältesten Senioren davon erzählen, wie sie als Kind Ostern erlebt haben. In einem Jahr wird die Ausstellung im Partnerheim "Capelse Verpleeghuizen" in Rotterdam gezeigt.

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