Neue Formen der Pflege

LHStv. Prokop bei Informationsnachmittag des NÖ Landespensionisten- und Pflegeheims St. Pölten

Niederösterreich (NLK) - "Aufgrund der Rahmenbedingungen können wir in NÖ den Weg bewältigen, den die Bevölkerungsentwicklung vorgibt, daß der Anteil der älteren Menschen und der Ein-Personen-Haushalte deutlich zunimmt", sagte Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop am Mittwoch bei einem Informationstag des NÖ Landespensionisten- und Pflegeheims St. Pölten. In Niederösterreich habe man sich gegen eine Zwangsbeglückung und für die Wahlfreiheit entschieden, Hilfe und Begleitung zu gewähren, daß ältere Menschen möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Neben dem Ausbau der ambulanten Dienste, neben Steigerung von Umfang und Qualität müsse man aber auch neue Wege suchen, um langfristig die sozialpolitischen Aufgaben bewältigen und finanzieren zu können. Für den Ausbau der Landespensionisten- und Pflegeheime in Niederösterreich seien 4,1 Milliarden Schilling bis zum Jahr 2002 bewilligt, daneben bedarf es aber auch einer breiten Vernetzung aller Beteiligten um die jeweils benötigte und passende Hilfe bieten zu können.

Ein 1997 am Zentrum für Alternswissenschaften erstellter Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Pflegevorsorge in NÖ (BEP) sieht als Maßnahmen zur Stützung und Entlastung der Familien neben dem quantitativen und qualitativen Ausbau der mobilen Dienste mit derzeit 3.000 Mitarbeitern Angebote wie Kurzzeitpflege, Urlaubspflege, Tagespflege, Tageszentren, aber auch z.B. Angehörigenschulungen vor. Im Bereich der Kurzzeitpflege sind bereits tragende Strukturen aufgebaut worden. 1997 wurden in den Landesheimen und in zehn Sozialstationen der Volkshilfe NÖ Kurzzeitpflegebetten angeboten. Im Bereich Tageszentren, eigentlich die bekannteste Form teilstationärer Einrichtungen, sind allerdings erst Ansätze vorhanden.

Der neue Standort des NÖ Landespensionisten- und Pflegeheims St. Pölten, der Anfang 2000 bezogen wird, liegt in Ruhelage nahe des Regierungsviertels am rechten Traisenufer. Die Kapazität wird vier Pflegeabteilungen mit 121 Betten und ca. 15 bis 20 Plätze für die Tagesbetreuung als neue Form der Pflege umfassen. Als wichtiges Bindeglied in der Betreuungskette wird es ein Haus sein, wo auch der Architekt gerne wohnen möchte und wo nicht das Gefühl eines Heimes, sondern eines Daheims vermittelt werden soll.

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