HAAGER : UNGEHEURE ATTACKE AUF ARBEITENDE MÜTTER IN NÖ

ÖVP-Kandidatin für Schlechterstellung arbeitender Frauen

Wien (ÖGB-NÖ) Da gibt es allen ernstens eine Kandidatin der ÖVP, die in einem Schreiben offen für die Schlechterstellung arbeitender junger Frauen und Mütter eintritt. Nicht anders ist es zu werten, daß sie Landesrätin Traude Votruba dafür kritisiert, daß die Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten attraktiver gestaltet werden soll, angeblich, "um die Kinder aus dem Familien
in den Kindergärten zu bringen", kritisierte Mittwoch die Landesvorsitzende der ÖGB-Frauen Niederösterreich, Christine Haager. Die ÖVP will also, wie sie schriftlich kundtut, eine möglichst unattraktive Nachmittagsbetreuung, unter der sämtliche Kinder und Eltern zu leiden haben, die einen dringenden Betreungsbedarf haben. "Arbeiten gehen zu müssen soll also stigmatisiert und durch eine möglichst unattraktive
Kinderbetreuung bestraft werden - damit die Mütter zu Hause bleiben", stellte Haager klar, die diese Haltung als
ungeheuerliche Attacke auf die arbeitenden Mütter in Niederösterreich wertete.

Dieser Zynismus der ÖVP-Kandidatin Elisabteh Luhn, den sie schriftlich an alle Kindergärtnerinnen versandt hat -
"wohlweislich nicht an die Arbeitnehmerinnen in den Geschäften, Fabriken, Krankenhäusern und Gaststätten sowie Freizeiteinrichtungen" -, findet bei
Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop eine logische Fortsetzung. In einer gestrigen Presseaussendung sah Prokop
nämlich kein Problem bei der Nachmittagsbetreuung . Wörtlich heißt es (OTS0147, 17.3.) "Nach dem neuen Kindergartengesetz ist für
jene Mütter, die die Betreuung im Kindergarten am Nachmittag tatsächlich brauchen, die Möglichkeit mit einem Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung gesichert. Wenn die Mütter von diesem Angebot nicht Gebrauch machen, kann es nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sein, einen nicht vorhandenen Betreuungsbedarfs künstlich abzudecken".

Daß das Angebot dem realen Bedarf offensichtlich nicht
gerecht wird oder zu unattraktiv ist, ist Prokop offensichtlich genauso egal, wie die Interessen und Probleme der arbeitenden
jungen Mütter und Familien. "Wir ÖVP-Kandidatin Luhn kundtut : Die ÖVP und vor allem Fr. LH Stv. Liese Prokop sind der Garant dafür, daß der Kindergarten in Niederösterreich auch in Zukunft eine Bildungseinrichtung bleibt. "Den arbeitenden Familien und jungen Müttern zu garantieren, daß sie auch in Zukunft auf der Strecke bleiben und eben nur jene Glück haben, die ihre Kinder Vormittag kostenlos ‘bilden’ lassen können, stellt einen offenen Affront dar", unterstrich Haager abschließend.
(Schluß)nk

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